Wasserfälle

Da wir hier in Clearwater mehrere Tage verbringen, starten wir unsere Ausflüge von hier. Für heute haben wir uns den Clearwater River und seine Wasserfälle ausgesucht, die man Richtung Norden finden kann.

Wir starten bei blauem Himmel und der Straße führt gleich bergauf. Bald haben wir die Wolken, die tief im North Thompson Valley hängen, unter uns gelassen.

Zuerst dachten wir, es wäre Nebel, doch tatsächlich fahren wir durch die Ränder der Wolken.

Im Wells Gray Provincial Park, den wir heute erkunden werden, gibt es 42 Wasserfälle, die einen Namen tragen und unzählige kleine, anonym bleiben.

Direkt neben einer alten Brücke liegt The Mushbowl. Neben der Straße ist gerade einmal für zwei Autos Platz, die sich aufs Bankett parken. Da wir früh dran sind, haben wir Glück und es ist niemand hier.

Eine Felsformation zwingt den Murtle River in drei getrennte Ströme, die sich knapp vor der Brücke wieder tosend vereinen.

Eine kurvige Straße bringt uns zum höchsten der Wasserfälle, den Helmcken Falls. 141 Meter tief fällt das Wasser des Murtle Rivers. Die aufsteigende Gischt leuchtet in der morgendlichen Sonne.

Wir wandern ein Stück den Murtle River nach unten, um auch andere Blickwinkel auf den Wasserfall zu erhaschen.

Der Trail führt eng an der Kante entlang und ein Warnschild erinnert daran, dass es hier keine Zäune oder Geländer gibt, die Besucher vor einem 150 Meter Sturz in die Tiefe bewahren können.

Über die Zeit hat der Helmcken Falls einen Canyon geschaffen, der sich weiter unten mit dem Clearwater River vereinigt.

Von hier oben kann man den Zusammenfluss der beiden Flüsse Murtle River und Clearwater River erkennen.

Wir kehren wieder zurück und fahren weiter in das Tal hinein. Gleich nach dem Helmcken Falls endet auch die asphaltierte Straße und es geht über Schotter weiter.

Der nächste Kandidat auf der Liste ist Bailey’s Chute. Über einen gut ausgebauten Wanderweg geht es hinunter zum Fluss.

Natürlich gibt es auch hier Schwammerl zu finden.

Über 120 m³ Wasser fließen hier pro Sekunde über die Felsen. Am unteren Ende entsteht eine 1,5 Meter hohe stehende Welle, verursacht durch ein 30 Meter tiefes Loch im Tosbecken.

Der Name Bailey’s Chute erinnert an den Ingenieur Jim Bailey, der 1949 die Brücke über den Murtle River bei The Mushbowl entworfen hat. Er ertrank bei einem Bootsunfall etwas unterhalb dieses Wasserfalls 1952.

Nach gut 30 km auf der unbefestigten Straße kommen wir an deren Ende an, dem Clearwater Lake.

In der Sommer-Saison kann man hier Kanu fahren. Derzeit sind die Betreiber dieser Vermietungen gerade damit beschäftigt die Boote in ihr Winterlager zu bringen und so stehen etliche Pick-Ups mit Anhängern bereit und warten darauf, beladen zu werden.

Wir spazieren zum Ufer hinunter. Es ist sehr still, nur eine Ente beschwert sich, dass wir ihr zu nahe kommen und schwimmt davon. Niemand zu sehen.

Wir nutzen einen der Stege, von denen im Sommer die Kanu-Touren starten, für eine kleine Stärkung. Irgendwann kommt die Ente auch wieder zurück und hat sich mit unserer Anwesenheit abgefunden.

Gut gestärkt geht es weiter, wieder talauswärts, um uns die Dawson Falls anzusehen.

Eine kleine Wanderung führt von der Straße hinunter zum Fluss. Die obligatorischen Schwammerl sind natürlich auch hier zu finden.

Dann stehen wir direkt neben der Fallkante des gut 90 Meter breiten Wasserfalls und beobachten, wie die Wassermassen in die Tiefe stürzen.

Der Herbst ist hier mittlerweile voll angekommen, mit Sonne schaffen wir es knapp in die zweistelligen Temperaturen und das Laub beginnt sich Zusehens in allen Farben zu präsentieren.

Von oben kann man den Bogen erkennen, den die Dawson Falls über 90 Meter spannen.

Von einem zweiten Aussichtspunkt weiter unten kann man sich einen guten Überblick verschaffen.

Von unseren Vermietern haben wir den Tipp bekommen, uns die Silvertip Falls anzusehen. Sie liegen abseits der normalen Route und müssen erwandert werden. Mit 168 Metern der höchste Wasserfall im Wells Gray Provincial Park.

Der Trail ist nur über eine Schotterpiste, nicht -straße, zu erreichen, die für normale Autos nicht geeignet ist. Hohe Bodenfreiheit und Vierradantrieb dringend empfohlen. Gleich beim Abbiegen sehen wir schon die erste Gefahr, ein Logtruck, zum Glück ist er hier nur abgestellt.

Zahlreiche Warnschilder stehen an der Zufahrt. Lawinen werden derzeit kein Problem sein. Es handelt sich um eine aktive Logging Zone (Holzfäller-Zone), daher gelten spezielle Verhaltensregeln auf der Piste, zB Scheinwerfer an, Logtrucks haben immer Vorfahrt (ein no-brainer 😉 ), etc.

Das wichtigste Schild steht in der Mitte, ‘Trail and Road closed’ – die Straße und der Wanderweg sind gesperrt. Zefix!

Da war doch was? Vor zwei Tagen waren wir in der Touristeninfo in Clearwater und da gab es eine Tafel mit Ereignissen im Monat September.

Und unten hing ein Zettel wegen eines gesperrten Trails. Mehrere Grizzly-Bären sind derzeit in diesem Bereich aktiv und zum Schutz der Bären und Wanderer wird der Wanderweg gesperrt.

Also muss eine Alternative her. Nicht weit von hier gibt es die Spahats Falls, eigentlich nur einmal über die Straße. Wir wissen von unserem Besuch in der Touri-Info, dass der Parkplatz dort wegen Bauarbeiten gesperrt ist und der Zugang von einem anderen Aussichtspunkt startet, als erreichbar, aber über einen längeren Weg.

Es geht bergab.

Von hier hat man einen tollen Ausblick auf den Clearwater River unter uns. Dorthin fließt auch das Wasser aus den Spahats Falls.

Kleine Schwammerl wachsen am Wegesrand.

Ein Sturm hat vor ein paar Jahren dem Wald ziemlich zugesetzt. Meterhoch liegen die umgestürzten Bäume kreuz und quer übereinander.

Dann erreichen wir den 90 Meter hohen Wasserfall, der in ein beeindruckendes Tal fällt. 80 Meter tief hat er sich bereits in die Felswand gefressen.

Auf der Felswand gegenüber wachsen auf kleinen Vorsprüngen Thujen. Scheinbar haben sich Wurzeln, die auf ihrem Weg nach unten nur Luft und keinen Boden gefunden haben, in Äste verwandelt, die nun kopfüber in der Wand hängen.

Zum Abschluss unseres langen Ausfluges gehen wir essen, keine Lust mehr auf Einkaufen und Kochen. Der Gateway Grill wurde uns empfohlen.

Ein Steak mit Gemüse und Shrimps, sowie …

… eine Pitaflade mit Lamm und Feta sind ein geschmackvoller Abschluss für heute.

Morgen ist aufgrund von angesagtem Dauerregen wieder großer Waschtag und Kochen angesagt.

Müde fallen wir ins Bett und wünschen auch euch eine gute Nacht.