So wie gestern die letzten Holzscheite in Rauch aufgegangen sind, hat sich auch unser Wetterglück aufgelöst. Und man kann wirklich von Glück sprechen, denn der feuchte Herbst hier im Nordwesten hat sich um Wochen nach hinten verschoben, um uns großartige Ausflüge zu ermöglichen.
Als wir uns auf den Weg machen, um Port McNeill zu verlassen, klatschen die ersten Regentropfen auf die Windschutzscheibe.
Gleich um die Ecke von unserer Unterkunft gibt es ein Haus, vor dem dieses Schild steht. Babsy ist sich nicht sicher, welche Schwammerl hier aufgekauft werden.
Viele Stopps gibt es heute nicht, der erste ist Telegraph Cove, eine kleine Ortschaft, die ein wichtiger lokaler Knotenpunkt der Telegrafenleitungen im 2. Weltkrieg war. Kurz bevor wir ankommen gehen drei Rehe, eine Mutter mit zwei Jungen, vor uns auf der Straße. Sie lassen sich auch nicht von uns stören und es dauert eine ganze Weile, bis wir langsam an ihnen vorbeifahren können, denn sie bewegen sich in die gleiche Richtung, immer vor uns her.
Nun, eine Ortschaft ist das eigentlich nicht, denn vor ein paar Jahrzehnten wurde hier alles aufgekauft und ein Ressort daraus gemacht. Alle historischen Gebäude sind jetzt mietbare Zimmer. Hmmm.
Vor zwei Jahren gab es in Telegraph Cove ein Feuer, dem einige historische Gebäude zum Opfer gefallen sind. Zum Teil sind sie wieder neu aufgebaut worden.
Was uns hierher gebracht hat, ist ein kleines Wal-Museum, das wir uns anschauen möchten. Vor der Türe gibt es das Modell einer Orca-Finne.
Unter den vielen Exponaten ist auch ein Orca-Schädel.
Bald sind wir wieder unterwegs, denn das Museum hat nur einen Raum.
Ein Regenbogen zeigt uns den weiteren Weg durch die Nadelwälder der Insel.
Wir erreichen unser heutiges Ziel, Port Hardy und sind am nördlichen Ende von Vancouver Island angekommen.
Kurz vor der Stadt kommt die Sonne durch und wir sehen den blauen Himmel wieder.
Die nächste größere Stadt ist weit und die Heilsarmee hat hier einen Standort, bei dem gerade die Essensausgabe beendet wird, als wir im Stadtzentrum ankommen. Dementsprechend sind so ziemlich alle gescheiterten Existenzen der umgebenden 100 km hier versammelt.
Das, was die Stadt für uns zu bieten hat, ist das Fährterminal, von dem wir in zwei Tagen in Richtung Festland aufbrechen werden.
Wir gehen ein paar Kleinigkeiten einkaufen, darunter auch die Taschentuchbox am Armaturenbrett von Vince, denn Babsys Nase rinnt.
Etwas außerhalb haben wir uns für die nächsten zwei Nächte eine kleine Hütte gemietet.
In der kleinsten Küche, in der wir je gemeinsam gekocht haben, zaubern wir uns Spaghetti Carbonara, eines unserer Soulfoods.
Wir hoffen, dass uns das Wetter wieder ein bisschen hold ist, damit wir einen Ausflug an das Meer machen können.
Bis dahin, eine gute Nacht.












