Noch zwei Trails

Kaum zu glauben, aber das ist unser letzter Tag auf Vancouver Island. Morgen geht es mit der Fähre zurück aufs Festland.

Da uns der Regen eingeholt hat, starten wir früh, um jede einigermaßen trockene Minute zu nutzen.

Gleich neben unserem Häuschen gibt es ein Gewächshaus, in dem wir uns bedienen können, alles inklusive.

Unser erster Trail für heute ist der Quatse River Loop Trail. Kaum dass wir auf der Straße sind, fängt es auch schon an zu tropfen.

Er startet an einer Lachszucht-Station, in der junge Lachse aufgezogen und in den Fluss entlassen werden.

Der Weg führt neben dem Fluss nach Richtung Meer und dann am anderen Ufer wieder zurück.

Der Fluss ist voll von Lachsen, die nun erwachsen an ihren Geburtsort zurückkehren, um sich zu paaren. Und das wiederum bedeutet, dass sich hier sehr oft Bären aufhalten, um Lachse zu fangen. Dementsprechend sind wir mit unserem griffbereiten Bear Spray am Träger des Rucksacks ausgestattet und sehr aufmerksam.

Der Weg führt durch dichtes Gebüsch und ist manchmal nicht einfach zu finden. Nach ein paar Minuten stehen wir zum ersten Mal direkt am Quatse River.

Die Lachse sind relativ ruhig und halten sich im tieferen Wasser auf. Sobald sie einen Schatten über sich erkennen, zischen sie davon.

Zwischen den großen Flusskieseln finden wir Spuren von Bären und ihren Mahlzeiten, aber keine Bären.

Wir kommen zu einer kleinen Staustufe mit Aufstiegshilfe. Die Lachse sind scheinbar ob der frühen Stunde noch müde denn trotz langen Wartens sehen wir keinen nach oben springen.

Also unter arbeiten verstehen wir etwas anderes …

Über eine breite Holzbrücke geht es auf die andere Seite.

Auf dem rechten Ufer des Flusses ist der Weg eher eine Autobahn.

Wir kehren zum Auto zurück. 10.000 Bären soll es auf der Insel geben, einen pro 80 Einwohner. Jetzt haben wir wirklich schon alles getan, um einen zu finden, selbst direkt am Fluss, nichts.

Der leichte Regen hat aufgehört, also beschließen wir einen zweiten Trail zu wandern, solange es das Wetter zulässt.

Wir machen uns auf eine etwas weitere Fahrt, um zum Marble River.

An einer Baustelle müssen wir warten und schon kommen uns ein paar Log Trucks entgegen.

Die Straßen durch die Wälder haben zeitweise wirklich heftige Buckel und so wird vor  Winterbeginn noch emsig gearbeitet.

Wir fahren auf den kleinen Parkplatz und machen uns bereit zum Losmarschieren. In den 5 Minuten kommen drei Wohnmobile und vier Autos auf den zuvor leeren Schotterplatz. Soviel zum einsamen Trail. Wir warten etwas und geben den anderen einen Vorsprung, um nicht im Rudel durch den Wald zu laufen.

Zu Beginn sehen wir den Marble River noch, doch dann geht es weiter noch oben in den Wald, teilweise recht steil.

Der Wanderweg ist etwa 5 km lang und führt zu den Bear Falls, Wasserfälle sind immer wieder ein lohnenswertes Ziel. Außer er hat kein Wasser, wie damals in Twin Falls.

Entlang des Weges finden wir unzählige Pilze.

Verschiedene Formen …

… und Farben.

Wo man auch hinschaut.

Apropos hinschaut, das sollte man bei dem Weg definitiv, Wurzeln, Steine, Schlamm – er hat alles zu bieten.

Ein paar Mal überqueren wir Lichtungen, die von Stürmen in den Wald geschlagen wurden.

Wer oder was das wohl war?

Irgendwo da unten im Tal sollten die Wasserfälle sein, aber mittlerweile ist der Regen so stark geworden, dass wir uns zur Umkehr entscheiden.

Wieder zurück im Wald ist es noch etwas trockener.

Wieder zurück am Parkplatz, ist kein anderes Auto mehr zu sehen. Wir haben wohl am längsten dem Wetter getrotzt. Schnell das trockene Ersatzgewand angezogen und auf zu einem späten Mittagessen. Von der Brücke haben wir noch einen letzten Blick auf den Marble River.

In Port Hardy gehen wir in das First Nation Lokal nax’id (trinken) und bestellen uns Poutine, Pommes frittes mit Weichkäsestücken und Bratensaft. Das kanadische Nationalgericht klingt eher abschreckend und wir haben es einige Tage vor uns hergeschoben, aber jetzt müssen wir das probieren.

Die Pommes sind doppelt frittiert und bleiben trotz der dicken Bratensoße überraschend knusprig. Es schmeckt gar nicht so schlecht, wir hatten schlimmeres erwartet. Man sollte es aber essen, solange es heiß ist.

Vince steht draußen im Regen, während wir alles für morgen vorbereiten. Um 04:30 startet unser Tag und wir verbringen dann 16 Stunden auf der Fähre, da war der 9 1/2 Stunden Flug ja eine Kleinigkeit. Na, wir werden sehen.

Etwas früher als sonst wünschen wir eine gute Nacht.