Heute geht es nach Clearwater, rund 250 km. Unser erstes Zwischenziel sind die Muffat Falls. Er liegt etwas abseits unserer Strecke und wir müssten hin und zurück auf der gleichen Straße fahren. Um das zu vermeiden, haben wir mit Google Maps eine alternative Route gefunden.
Kaum dass wir die Abzweigung zur Ausweichroute genommen haben, endet der Asphalt nach 30 Metern. Das Navi zeigt 32 km Schotterstraße an. Also 4WD zuschalten und los geht’s.
Es dauert nicht lange und wir sehen den ersten Bären auf der Schotterfahrbahn. Wir werden langsamer und fahren näher. Als er uns bemerkt ist er auf und davon.
Die Straße führt an etlichen Farmen vorbei, dementsprechend sehen wir einiges an Rindvieh. So wie diese Angusrinder. Sie tragen statt Kuhglocken Sender mit Solarpaneelen, um sie wiederzufinden, denn Zäune gibt es hier wenige. Es gibt Cattle Guards (Viehgitter) im Boden, die das Vieh stoppen sollen. Vor und hinter solchen Sperren aus Eisenbahnschienen ist die Fahrbahn immer in sehr schlechtem Zustand.
Und da ist der nächste Bär des Tages, der uns lange Zeit beim Näherkommen beobachtet, bis er entscheidet, wohin er sich verziehen will. Wir fahren heute in Richtung Süden, was man auf sehr vielen Fotos erkennen kann, denn die meisten sind gegen die Sonne aufgenommen.
Letztlich hat er sich für den Wald entschieden.
Nach viel Gatsch und Löchern in der Straße erreichen wir das Ende des Abschnittes und, hurra, wir haben wieder Asphalt.
Wir hören den Schlamm, wie er von den schneller drehenden Reifen auf die Innenseiten der Kotflügel geschleudert wird. Die Ortschaft Horsefly ist nur mehr wenige Kilometer entfernt und dort sollen wir die Wasserfälle finden.
Die herbstlichen Farben begleiten uns, als wir nach nur drei Kilometern wieder auf Schotter stoßen.
Gleichzeitig rufen wir aus ‘Rechts, ein Bär!‘ Als wir näher kommen und Babsy auf den Auslöser drückt, bemerken wir, doch nur der schwarze Hintern einer Kuh, der da halb aus einem Busch schaut. Nicht so spektakulär.
Der Pfad wird immer enger, eigentlich ist es nur ein Trail für Snowmobile. Von denen gibt es hier zig Kilometer in der Gegend.
Wir erreichen den kleinen Parkplatz samt Plumpsklo mitten im Wald. Weit und breit niemand zu sehen.
Die Fußbretter unseres Vince tropfen nur so vor Schlamm.
Der Schriftzug auf der Beifahrertüre hat einen netten ‘Schattenwurf’.
Und Kennzeichen haben wir scheinbar auch keines mehr.
Wir nutzen die Motorhaube als Startplatz für die Drohne.
Wir verschaffen uns einen Überblick von oben, wohin wir auch schauen, sieht es so aus.
Rucksäcke auf den Rücken und los geht’s. Vor und hinter der kleinen Brücke gibt es auch hier Viehgitter, mit dem Streifen Gitter in der Mitte speziell für Snowmobile gemacht
Wir schicken vom Aussichtspunkt aus die Drohne wieder in die Luft.
Der Felsbrocken in der Mitte des Flusses teilt den Strom in zwei Wasserfälle.
Wir machen uns wieder auf den Weg Richtung Süden und kommen an der Kreuzung noch einmal vorbei, an der wir die 32 km Schotterstraße verlassen haben und was kommt da gerade herausgefahren? Gut, dass wir den vorher nicht hinter uns hatten.
Nach vielen Kurven und Hügeln auf dem Highway 97 biegen wir auf den Highway 24 ab und dort geht es genauso weiter. Auf und ab, links und rechts, in allen möglichen Kombinationen.
Wir erreichen unser nächstes Zwischenziel, den Bridge Lake Ice Caves Trail. Hier soll es Felsspalten und Höhlen geben, in denen sich der Schnee und das Eis des Winters bis in den Sommer hält. Jetzt im Herbst wird wohl nicht mehr viel davon übrig sein, wir schauen uns das trotzdem an.
Auf dem Wolf-Trail marschieren wir los und sehen ein Eichhörnchen, dass sich ein Schwammerl holt und frisst. Wir wussten gar nicht, dass sie zum Futter von Eichhörnchen gehören. Für das Foto hat es sich leider im letzten Moment weggedreht.
Von diesen Pilzen auf der anderen Seite des Weges hat es sich gerade etwas geschnappt.
Dann erreichen wir den Abhang zum Bridge Lake, der sich durch die Bäume erkennen lässt.
Tief und verwinkelt geht es hier in die Tiefe der Spalten und Höhlen. Kein Schnee mehr zu sehen.
Mittlerweile haben wir uns mit der Drohne wieder eingespielt und haben sie in nur wenigen Minuten in der Luft und das erste Bild geschossen.
Die Eschen und Birken in den Wäldern zeigen ihr leuchtendes Goldgelb, wenn die Sonne denn durch die Wolken strahlen würde, wäre es noch viel intensiver.
Einsam und schmutzig steht Vince am Parkplatz, als wir zurückkehren.
Wir überqueren den McDonald Summit mit 1.311 Metern Höhe. Da wir beständig bergauf gefahren sind, haben wir nicht bemerkt, wie hoch oben wir inzwischen sind.
Der Weg nach unten in das North Thompson Valley ist hingegen sehr kurz und steil. Die empfohlene Geschwindigkeit für Trucks ist 10 km/h. Bevor es bergab geht, gibt es an der Spitze einen Platz zum Überprüfen der Bremsen.
Es gib auf den 7 Kilometern mehrere Runaway Lanes, steile Auslaufzonen für LKWs, deren Bremsen versagen, die mit feinem Schotter befüllt sind und steil nach oben gehen, um das schwere Fahrzeug verlässlich zu stoppen.
Langsame LKWs müssen die Warnblinkanlage einschalten. Überholen ist möglich, aber nur an einigen Stellen. Wir haben Glück, erst auf den letzten paar Hundert Metern haben wir einen Truck vor uns. Mit berauschenden 27 km/h rollen wir hinter ihm her.
Dann erreichen wir unser Farmhaus in Clearwater und werden hier 4 Nächte verbringen.
Da es auf einer wirklichen Farm steht, haben wir von den Vermietern gleich eine Schüssel frischer Eier bekommen.
Nach einen Tag voll Bären und Schlamm wünschen wir eine ruhige und gute Nacht.






























