Heute haben wir wieder ein paar Kilometer vor uns also holen wir uns gleich zu Beginn ein ausgiebiges Frühstück im Tree’s Diner. Ein Frühstücks-Burrito und einmal Monte Cristo als take-out und schon sind wir wieder auf der Straße.
An der Tankstelle nebenan treffen sich die älteren Herren mit ihren Oldtimern und Hot Rods. Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, The Old Country Market, kommen uns ein paar Nachzügler entgegen.
Dieses Geschäft/Lokal in Coombs ist recht bekannt und war schon in so mancher TV-Doku über den Westen Kanadas. Es hat ein komplett begrüntes Dach, …
… auf dem Ziegen wohnen und grasen. Ob des frühen Morgens sind sie noch nicht so aktiv und schwer auf einem Foto zu verewigen.
Drinnen wird man erschlagen von Regalen über Regalen voll von Lebensmitteln aus aller, wirklich aller Welt. Polnische Pierogi, italienische Salami, indonesische Würzsaucen, …
… spanische Gurkerl oder schottisches Buttergebäck. Alles wonach das Herz verlangen kann oder bisher nicht wusste, dass es so etwas gibt. Babsys Augen beginnen zu leuchten, als wir diverse Wasabi-Varianten finden, die umgehend in unserem Körberl landen.
Das ist so ein Shop, in den man ohne Bedarf hineingeht und dann eine Menge Dinge findet, die man nicht wirklich braucht, aber gerne mitnimmt.
Natürlich gibt es hier auch Spielzeug, Home Decor, japanische Küchengeräte und eine kleine Bäckerei voll von knusprigen Verführungen. Unser Korb füllt sich weiter.
Mit einer Tasche voll Dingen und einer glücklichen Dame des Hauses biegen wir am Schloss im Alice-im-Wunderland-Stil wieder auf die Hauptstraße, um weiter Richtung Westen zu fahren. Da die Straße nach Tofino dort endet, kommen wir am Rückweg gezwungenermaßen wieder hier vorbei. 😉
Nur shoppen gehen ist uns natürlich zu langweilig, also muss eine kleine Wanderung die Fahrt unterbrechen. Beim Little Qualicum Falls Provincial Park machen wir einen Stop, um zuerst einmal am Picknickplatz zu frühstücken.
In einem Frühstück-Burrito steckt eine Eierspeis mit Speck, Erdäpfeln und Avocado. Ein Monte Cristo ist ein Schinken-Käse-Toast aus der Pfanne mit Braterdäpfeln. Wir basteln aus beiden Gerichten eine Mischung – uff kurz nach neun in der Früh schon etwas heftig.
Gut gestärkt oder besser mit einem erhöhten Bedarf an Bewegung, begeben wir uns auf den Rundweg, um die oberen und unteren Wasserfälle zu erkunden. Das Wetter ist uns Hold, ein Hoch, das sich vom Pazifik auf den Kontinent schiebt, drückt das Schlechtwetter für den Rest der Woche weg.
Der gut ausgebaute Weg führt dem kleinen Fluss entlang bergauf und bergab, bis man den oberen Wasserfall erreicht. Die Baumstämme, die vom Hochwasser der Schneeschmelze hierher gespült wurden, haben sich gut verkeilt. Das Wasser und die mitgespülten kleinen Steine haben Äste und Rinde abgefräst.
Von hier an geht es auf der anderen Seite des Flusses wieder bergab zum unteren Wasserfall. Neben dem Pfad sehen wir einen einsamen kleinen Farn, den wir im Bild mitnehmen wollen.
Unterhalb des zweiten, kleineren Wasserfalls queren wir nach gut einer Stunde die Brücke und der Aufstieg zum Parkplatz beginnt.
Vorbei am Cameron Lake geht es zu unserer nächsten Wanderung, Cathedral Grove, einem Wald, in dem große alte Zedern stehen. OMG! Autos stehen kreuz und quer auf der Straße, versuchen einen Parkplatz zu finden und blockieren die Weiterfahrt. Über die nächsten zwei Kilometer ist die Straße auf beiden Seiten zugeparkt. Von wegen majestätische alte Bäume in einem romantischen Märchenwald, das sparen wir uns gleich.
Gut, somit hat sich unser (Zeit-)Plan geändert. Die heutige Unterkunft können wir erst ab 16:00 beziehen.
In Alberni, einer etwas größeren Stadt, erkennen wir gleich das Logo von Canadian Tire, dem Reifentandler und es ist, wie man sich von einem Unternehmen, das Reifen verkauft, nicht anders erwartet dreieckig. Was sonst.
Bei unserem letzten Besuch gab es keine Stoff-Klappbox mehr, nur eine isolierte Kühlbox-Variante davon. Erst nachdem wir weitergefahren sind, ist Babsy draufgekommen, dass so eine minimalistische Kühltasche ganz nützlich sein kann. Damit das nicht weiter an ihr nagt, holen wir jetzt eine solche, die von ‘brauchen wir nicht‘ zu einem must-have wurde.
Aufgrund der kurvenreichen Strecke rutscht die neue faltbare Kühlbox mit der darin enthaltenen Halloween-Deko im Kofferraum hin und her. Dem toten Hund wird hoffentlich nicht schlecht …
Das blaue Wasser des Sproat Lake leuchtet uns entgegen, als wir an seinem Ufer entlang fahren.
Wir haben das Meer wieder erreicht und starten mit der zweiten Wanderung des Tages. In Ucluelet (wir wissen noch immer nicht, wie man den Namen dieser Stadt richtig ausspricht) gib es den Ucluelet Lighthouse Loop, der an der Küste eine Halbinsel umrundet.
Dass der Wald Bärenland ist, ist uns klar, heute kommt etwas Neues hinzu, ein Wolf.
Auch hier ist der Weg wieder sehr gut ausgebaut und führt zuerst durch den Wald, bis man unten am Meer ist.
Immer wieder führen kleine Seitenwege hinunter bis ans Wasser bzw die Klippen und Bänke laden zum Verweilen ein. Ein wirklich netter Trail.
Auch hier finden wir wieder einen Baum, der seinen Haupttrieb einmal im Kreis wachsen lässt. Dieser Wald ist voll von solchen wilden Wuchsformen.
An der Spitze der Halbinsel sehen wir dann auch den Leuchtturm zum ersten Mal. Im Hintergrund hören wir die Glocke einer grünen Boje und das Pfeifen einer roten Boje. Damit kann man sie auch bei schlechter Sicht lokalisieren und unterscheiden, steuerbord oder backbord daran vorbei.
Der Weg führt bis direkt zum Leuchtturm, der vor über 100 Jahren als Holzturm begonnen hat, dann ein Haus für den Leuchtturmwärter bekam und heute als vollautomatisches Leuchtfeuer seinen Dienst erfüllt.
Wenn man den Abstieg über ein paar kleinere Felsen und einen Haufen Wurzeln nicht scheut, wird man mit dem Zugang zu einem Strand samt kleiner Bucht belohnt.
Für einige Zeit lassen wir den Wald hinter uns und spazieren zwischen dichten Büschen dahin. Weiterhin gibt es alle 50 – 100 Meter einen kleinen Abstecher zu einem Aussichtspunkt mit Bankerl.
Ein solcher Anblick trägt bei uns immer zur Entspannung bei und das Bild ist ein potenzieller Kandidat für einen großformatigen Fotoausdruck auf Leinwand. Babsy hat ein vergleichbares Bild aus Neuseeland als Hintergrund auf ihrem Handy.
In der Mitte der Insel liegt ein Moor, das wir zum Schluss noch erwandern und auf einem Lehrpfad viel über dieses Ökosystem erfahren.
Skunk Cabbage, Stinkkohl, nennt sich diese Sumpfpflanze. Im Frühling graben Bären ihre Wurzeln aus und fressen sie nach ihrem Winterschlaf als Abführmittel.
Weiter geht es zu unserem Ziel für heute, Tofino. Eine enge, kurvenreiche Straße, die über 60 km eine doppelte Sperrlinie hat. Nur an ganz wenigen Stellen hat man in einer passing lane die Möglichkeit an langsameren Fahrzeugen vorbeizufahren.
Unser Haus liegt direkt unten im Hafen, vor der Terrasse starten die Wasserflugzeuge und die Coast Guard hat ihren Standort, samt Hubschrauberlandedeck.
Mit diesem Sonnenuntergang wünschen wir eine gute Nacht.





























