Heute ist Prince George unser Ziel, etwa 370 km Strecke liegen vor uns.
Zum Aufwärmen starten wir noch in Smithers mit dem Weg zu den Twin Falls. Eine enge Straße führt durch den nebeligen Wald, immer bergauf.
Der Wanderweg schaut nicht viel anders aus, geht steil bergauf und führt in immer dichter werdenden Nebel.
Am Ende des Weges angekommen sind die beiden Wasserfälle kaum noch zu sehen und mit jeder Minute wird die Nebelsuppe dicker.
Zumindest haben wir uns mit dem Erreichen der beiden Wasserfälle einen goldenen Token verdient. 😉
Wie bei jedem Ausflug gibt es ein Schwammerl für Peter und Gottfried und wer auch immer sich auch so gut mit Pilzen auskennt. Der schaut schon ein bisserl räudig aus.
Wie oft haben wir das Wort Nebel heute schon verwendet? Viel mehr hat unsere Strecke heute wohl nicht zu bieten. Einmal dichter, einmal hoch oben, einmal in Fetzen über die Straße ziehend – wir hatten alle erdenklichen Varianten.
Es geht einen Hügel nach oben und zum ersten Mal sehen wir unseren Stern am Himmel über uns stehen. Immer höher hinauf.
An der Kuppe brechen wir durch das Grau und über uns eröffnet sich ein blauer Himmel. Die letzten Fetzen lösen sich auf.
Der Tag ist wie verändert. Die Sonne bringt das gelbe Laub der Eschen zum Leuchten, es ist Herbst.
Gegen Mittag erreichen wir unsere zweite Wanderung für den Tag, es geht rund um den Kager Lake. Über eine breite, nasse Schotterstraße geht es in den Wald.
Plötzlich springt ein junger Bär in vollem SchweinsBärengalopp aus den Büschen und rennt direkt vor uns auf die Straße. Schotter knirscht unter den blockierenden Reifen und Vince kommt mit vollem ABS-Einsatz zum Stehen. Nur Zentimeter vor dem rechten Reifen wetzt der kleine Bär auf der anderen Seite ins Dickicht – Glück gehabt, kleiner Bär.
In den zwei Sekunden, die wir ihn gesehen haben, hat er sehr niedlich gewirkt, wie ein Teddybär. Wuschelig und schwarz.
An der Nordseite des Sees parken wir uns ein und marschieren los und bald haben wir einen der Stege gefunden, die uns einen Blick auf das Ufer ermöglichen.
Ein dichter Nadelwald umgibt das blaue Wasser.
Unsere Bärenglöckchen bimmeln fröhlich vor sich hin, während wir weiter gehen und auch hier gibt es Pilze zu finden. Der schaut besser aus, als der morgendliche.
Rund um diesen See gibt es zwölf Zeltplätze, die man nutzen kann. Es sind einfache flache Stücke Waldboden unter den Bäumen, kein Luxus, einfach nur Natur.
Immer wieder hat man einen wunderschönen Blick auf den See. Bis auf unser Bimmeln ist es still, niemand ist hier.
Ein leichter Wind kräuselt die Wasseroberfläche und damit verabschieden wir uns von diesem schönen Rundweg. Den kleinen Bären haben wir nicht mehr gesehen und auch seine Mama hat unseren Weg nicht gekreuzt.
Wenn wir schon beim Thema ‘Tiere, die einem vor das Auto laufen können‘ sind: Nicht nur sind die Distanzen, die hier angegeben werden ganz andere Dimensionen als bei uns, auch die Anzahl der möglichen Arten ist höher. Also Elch, Bär und Hirsch auf 69 km. Ein Schild und erledigt.
In Vanderhoof machen wir bei Tim Hortons einen kurzen Zwischenstopp auf ein Heißgetränk und fahren damit ein paar hundert Meter weiter an den Nechako River, um ein paar Minuten Pause zu machen.
Am späteren Nachmittag erreichen wir Prince George, in der Ferne sieht man die nächste Regenfront auf uns zukommen, eine haben wir gerade hinter uns gebracht.
Bevor wir für die heutige Übernachtung ins Hotel fahren, kehren wir noch bei Mr. Chibap, einem koreanischen Lokal ein.
Für Babsy gibt es frittierte Gyoza (endlich, gnä’ Frau war schon auf Entzug, weil sie ihre Lieblingsspeise seit zwei Wochen nicht mehr bekommen hat) und Pork Kimchi Aburi.
Arno bekommt Gochujang Beef Bibimbap, alles sehr fein und scharf.
Unspektakulär residieren wir heute in einem Best Western Hotel, in dem ein Essenslieferant nach dem anderen die Sackerl an der Rezeption abgibt.
Eine gute Nacht euch allen.




















