Es ist Sonntag und Zeit für einen Ausflug ins direkte Umland von Kelowna.
Ähnlich wie am Kalamalka Lake gibt es eine weitere alte Bahntrasse, die in einen Wander- und Radweg umgewandelt wurde. Wir fahren in den Myra Canyon, um den Kettle Valley Rail Trail zu erwandern.
Etwa 40 Minuten von Downtown Kelowna biegen wir auf eine Schotterstraße ab und fahren stetig bergauf.
Bei wunderschönem Spätsommerwetter spazieren wir mit dem kleinen Rucksack los, ganz ohne Bear Spray. Hier sind so viele Leute unterwegs, da ist kein Bär in der Nähe.
Es gibt einen großen Parkplatz samt einem Fahrradverleih. Am spannendsten sind die Leute, die mit dem Auto hier ankommen und verzweifelt versuchen so weit vorne wie möglich einen Parkplatz zu bekommen – um dann spazieren zu gehen. Auf die 50 Schritte zu viel kommt es schon an …
Der ehemalige Bahndamm wurde in einen Schotterweg umgewandelt. Da ein Zug, ob seiner Metallräder keine hohen Steigungen bewältigen kann, ist die Trasse fast eben. An der steilsten Stelle erwartet uns gerade einmal ein 2,2 % Anstieg.
In der Ferne, unter dem Wolkenband, liegt Kelowna. Im Jahr 2003 gab es hier einen Waldbrand und noch heute sieht man viele tote Stämme am Hang stehen.
Wir werden heute Holzbrücken (trestles), Tunnel und wie hier Einschnitte in den Fels sehen. Dieser cut (Einschnitt) sollte einst ein Tunnel werden, jedoch war der Fels der Tunneldecke so brüchig, dass die Ingenieure entschieden sie gleich zu entfernen.
Nach gut einem Kilometer erreichen wir die ersten Holzbrücken, die zwischen 1912 und 1914 errichtet wurden. Natürlich wurden sie über die Jahre immer wieder instand gesetzt. Ganz besonders die Trestle #15 im Hintergrund.
Sie fiel dem Waldbrand 2003 zum Opfer und wurde neu errichtet. Wenn man von der Brücke in die Tiefe blickt, sieht man noch Reste der alten Struktur am Abhang herumliegen.
Die Sonne leuchtet durch das goldene Laub der Eschen, die hier überall stehen.
Dann erreichen wir den ersten Tunnel, der auch als solcher zu Ende gebaut wurde. Kein gemauertes Portal, einfach in den Fels geschlagen.
Auch im Inneren des Tunnels wurde nicht auf die Optik geachtet. Der Fels wurde so gebrochen, wie es seine Struktur vorgab.
Längere Brücken sind meist gekrümmt, um der Form des Hanges zu folgen. Diese Holzkonstrukte wurden etwa zur gleichen Zeit wie die Kinsol Trestle errichtet, die wir vor ein paar Wochen besucht haben.
Bald durchwandern wir den zweiten Tunnel, dessen Portal 1941 mit Beton abgesichert wurde.
Da wir nicht den ganzen Kettle Valley Rail Trail mit seinen 12 km Länge (one-way) machen wollen, drehen wir nach etwa der Hälfte um.
Babsy ist vor allem an den leuchtenden Farben der Eschen interessiert.
Immer wieder finden wir neue Farbabstufungen.
Wieder am Parkplatz angekommen, ist dieser schon gut befüllt.
Wir schauen bei der lokalen Soma Cidery vorbei, in der etliche Varianten des gebrauten Apfelschaumweins verkauft werden.
Das Gebäude ist von Reihen um Reihen an Apfelbäumen umgeben.
Zwischen all den Bäumen wohnt eine Gruppe Alpakas.
Wieder zurück in Kelowna bekommen wir im Kin & Folk gerade noch einen Tisch, ab 16:00 ist hier immer alles ausgebucht. Na dann hoffen wir, dass dieser Umstand im guten Essen begründet ist.
Babsy bestellt sich Dan Dan Lumache, ein Nudelgericht mit Schweinefleisch Szechuan Art.
Ein bisserl mehr Salz und Pfeffer hat es dann gebraucht. Da es hier keine Gewürzstreuer gibt, greift Babsy auf ihren Notvorrat in der Handtasche zurück. Keiner hat’s gesehen. 😉
Arno holt sich das Saigon Street Chicken und war so hungrig, dass er zu spät sein Foto gemacht hat, da war die Hälfte schon verputzt. Sehr fein, kein Nachwürzen erforderlich.
Als Abschluss des Tages spazieren wir mit einem Eis am See entlang durch den Kelowna City Park.
Warum auch immer, aber die Mistkübel hier sind 2,7 Meter tief und das ist auch extra angeschrieben. Sicher nicht leicht zu entleeren. Also nicht den kleinen Bruder reinstopfen, der kommt da nicht mehr raus. 😉
Über den Parkplatz des Hotel Zed mit seinem beeindruckenden Mural kehren wir in unser Zimmer zurück.
Morgen geht es auf die letzte Etappe der Reise, zurück nach Vancouver. Nur mehr ein paar Tage, dann ist dieser Roadtrip zu Ende.
Gute Nacht, bis morgen.
























