Zurück nach New York

Kühle 7 Grad hat es, als wir uns auf den Weg machen. Auch wenn es untertags recht warm wird, die Nächte sind kalt. Immer weiter Richtung Westen geht es.

Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, Mais und Milch sind hier vorherrschend.

Wir erreichen den Lake Champlain, der die Bundesstaaten Vermont und New York trennt. Im Sommer ist der See ein sehr beliebtes Ziel für Ausflüge und Urlaube.

Vor uns erhebt sich die Lake Champlain Brücke, die seit 1929 die beiden Ufer verbindet.

Wir haben den nächsten Bundesstaat erreicht, New York. Diesen Teil nennt man Upstate New York, er ist ländlich geprägt und hat nichts mit dem Teil rund um New York City gemein.

Von hier aus hat man einen guten Blick auf die gesamte Brücke. Dies ist nicht die Brücke, die 1929 eröffnet wurde. 2009 stellten Ingenieure so schwere Mängel fest, dass eine Reparatur unmöglich war und so wurde sie kurz danach gesprengt. 2011 wurde die neue, heutige Brücke eröffnet. Die Bevölkerung hat sich damals dafür eingesetzt, dass sie im Stil der alten Brücke gebaut wurde.

Lange bevor es eine Brücke gab, war hier ein wichtiger Übergang, da die Ufer des Sees sehr nahe kommen. Das war auch einer der Gründe warum hier am Crown Point ein Fort errichtet wurde. Zuerst hielten es die Franzosen, dann die Briten und zuletzt ging es im Zuge der amerikanischen Revolution an die Neuengland Staaten. Kurz danach wurde es bei einem Brand zerstört und verlor seine Bedeutung.

Heute kann man die Ruinen besuchen.

Jenseits des Erdwalls stehen ein paar beindruckende, herbstlich gefärbet Bäume.

Weiter geht es nach Port Henry am Ufer des Lake Champlain. Seit 1609 wurde immer wieder ein Seemonster gesichtet, die Sichtungen kann man auf einer Tafel am Ortsrand nachvollziehen. Ein Auto der State Police hat sich für Geschwindigkeitmessungen exakt vor das Schild gestellt. Grrr.

Also quetscht sich Arno dazwischen und macht Bilder. In manchen Jahren häufen sich die Sichtungen, dazwischen ist oft für Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte nichts vermerkt.

Und so soll Champ, wie die Seeschlange genannt wird, aussehen.

Wir biegen kurz zum alten Bahnhof ab, in dem heute ein kleines Cafe als Treffpunkt für die Senioren der Stadt eingerichtet ist.

Eine alte Diesel-elektrische Lokomotive fristet hier ihre letzten rostigen Tage.

Auf einem kleinen Pavillion finden wir Champ wieder, diesmal als Windfahne.

Die Gegend wurde durch Holz und Eisen groß, die Umgebung der Stadt ist komplett von einer Mine untergraben. Von 1820 bis 1971 wurde Eisen abgebaut. Viele Gebäude stammen aus dieser Zeit, so wie das heutige Rathaus.

Hier gibt es ein besonderes Phänomen, dass man vor allem an heißen Sommertagen sehen kann. Aus einem der Minenschächte strömt kalte Luft, die sich als eiskalter Nebel über die Straße und umliegenden Häuser legt.
Wir wagen einen Versuch, den Eingang zu finden, eine brauchbar Beschreibung ist leider nicht zu bekommen. Irgendwo in der Nähe dieser Kreuzung der State Road 6 und 7 soll der Schacht sein. Langsam fahren wir durch die Gegend und finden den möglichen Ort. Da es herbstlich kühl ist, gibt es keinen Nebel und auch keinen kalten Luftzug. Das von kleinen Bäumen und Gestrüpp überwachsende Eck ist leider mit einem Zaun abgesperrt. Also fahren wir weiter.

Damit der Ausflug nicht ohne Highlight endet, fahren wir ein Stück weiter und bleiben beim McConley Spring Trail stehen.

Die Quelle, nach der dieser Wanderweg benannt ist, wurde eingefasst und rinnt nun aus zwei Hähnen. Man soll das Wasser nicht trinken, da Bakterien darin gefunden wurden.

Wir folgen den Markierungen, Informationen über den Weg selbst konnten wir nicht finden, also rein in das Abenteuer. Beim Einstieg gibt es zwei Pfade und Babsy schließt gleich, dass es wohl ein Rundweg sein wird. Na schauen wir einmal.

Und tatsächlich sind wir nach 30 Minuten wieder am Ausgangspunkt, kürzer als gedacht. Da es Zeit für ein Mittagessen ist, setzen wir uns auf die Mauer und packen den Rucksack aus, unterwegs haben wir ja nicht viel verbraucht.

Ein rostiger Pickup bleibt neben uns stehen und ein älterer Mann steigt aus. Von der Ladefläche holt er Kanister und Kübel, um sie an der Quelle zu befüllen. Auf die Frage warum er das macht, erklärt er uns, dass er es zum Einen abkocht um es im Haushalt zu verwenden, da das Wasser aus der Wasserleitung stark gechlort ist. Zum Anderen herrscht gerade eine Dürre und es ist verboten den Garten zu gießen. Er nutzt das Wasser um seine jungen Apfelbäume zu wässern.

In der Nähe gibt es einen Feuerwachturm, zu dem ein Pfad führt. Weit ist es nicht, wir sind eher auf den Ausblick gespannt.

Logischerweise steht ein solcher Aussichtsturm an einem hohen Punkt, also geht es nach oben.

Bald haben wir den Belfry Mountain Fire Tower erreicht. 1912 wurde hier ein hölzener Turm errichtet, der 1917 durch einen aus Metall ersetzt wurde. 1989 wurde er offiziell außer Dienst genommen.

Wir beginnen mit dem Aufstieg und Erinnerungen an die endlosen Treppen in der Lady Liberty kommen in uns hoch.

Der Ausblick über das herbstliche New York ist großartig.

Da man sich mit Amish die Straße teilt, gibt es Verkehrsschilder, die auf die langsamen Verkehrsteilnehmer hinweisen.

Die von uns gewählten Straßen können heute nicht klein genug sein, um nicht doch eine Baustelle für uns bereitzuhalten. Das ist Nummer 5 oder 6.

Rainbow Falls ist eine Kombination aus einem Kraftwerk und einem Wasserfall, das wollen wir uns genauer anschauen. Der Fluss, auf den wir blicken, wird Ausable River genannt und fließt ab hier durch den Ausable Chasm, eine enge Schlucht.

Neben der Staumauer gibt es den Zulauf in das Kraftwerk, das 1926 errichtet wurde. Es wird gerade in Stand gesetzt, weshalb kein Wasser durch die Turbinen geleitet wird.

Weiter unten in der Schlucht steht das Turbinenhaus. Es wurde für drei Turbinen ausgelegt, jedoch wurden nur zwei eingebaut. Daher kommt nur aus zwei Abläufen Wasser, wenn es in Betrieb ist.

Von der Brücke ein Stück flussabwärts hat man einen guten Blick auf das Kraftwerk und die Wasserfälle, die in den Ausable Chasm stürzen.

Auf der anderen Seite der Brücke sieht man den Ausable eine 90 Grad Kurve machen. Vor dem 2. Weltkrieg konnte man hier mit großen Holzbooten die Schlucht erkunden.

Heute führt ein kostenpflichtiger Wanderweg dem Fluss entlang. Da der Tag schon zu weit vorangeschritten ist, haben wir leider nicht die Zeit, die Schlucht zu erwandern.
Für die traditionellen Bogenschützen unter den Lesern: ja, der Langbogen Ausable von Bear Archery ist nach diesem Fluss benannt.

Bis nach Potsdam NY kommen wir heute noch, eine Stadt mit zwei Universitäten und etwa 14.000 Einwohnern.
Als wir unser Abendessen bei 5 Guys holen, marschiert ein gesamtes Lacrosse Damen Team direkt vom Training bei der Türe herein.

Heute ist es wieder ein klassisches Motel am Stadtrand von Postdam NY geworden.

Morgen früh müssen wir unsere Lebensmittelvorräte ausdünnen, denn es geht über die kanadische Grenze und da darf man nicht alles mitnehmen.
Guten Nach wünschen Babsy&Arno.