Unmengen Wasser

Der neue Tag beginnt mit dem im Wetterfernsehen versprochenen Tiefdruckgebiet, das Regen mit sich bringen soll. Das ist mehr als Regen, es schüttet wie aus Schaffeln. Für die Natur schon mehr als nötig, denn die Feuergefahr ist hier überall schon als hoch eingestuft.
Für uns weniger gut, denn wir haben heute noch einen morgentlichen Termin im Freien.

Also die Outdoorkleidung und Regenjacken angezogen und losmarschiert. Die Straßen sind leer. Wo gestern noch Mengen an Touristen unterwegs waren, herrscht Leere. Autobus um Autobus verlässt die Stadt.

Trotzdem dröhnt aus den Lautsprechern, die an den Laternen montiert sind schon Musik. Ein Lokal hat schon offen, Tim Hortens, eine Bank für ein Frühstück. Doch dafür haben wir keine Zeit, wir müssen wieder zu den Niagarafällen.

Auch wir wollen mit den Ausflugsboot in die Gischtzone fahren. Wir kommen an Bord des ersten Schiffs und es ist nicht einmal zu einem Drittel besetzt. Bei dem Wetter jagt man keinen Hund vor die Türe. Unsere Hosen sind vom Weg hierher schon komplett durchnässt, die Regenjacken halten. Zur Sicherheit haben wir uns den roten Plastikponcho noch darüber angezogen.

Wir legen ab, fahren an den American Falls vorbei und dann flussaufwärts bis direkt vor die Horseshoe Falls. Hier steht das Boot für gute 5 Minuten. Die Gischt peitscht einem am Bug ins Gesicht, dass man die Augen kaum offen halten kann. Klar, dass wir ganz vorne stehen müssen. Wir machen nur wenige Bilder, zum einen ist die Linse sowieso gleich nass und zum anderen wollen wir den Moment geniessen und in uns aufnehmen. Sehr beeindruckend.

Klitschnass wandern wir zurück zum Hotel. Wir hätten es uns sparen können heute frisches Gewand anzuziehen. Die Regenjacken haben gehalten, aber darüber und darunter ist alles feucht. Also trockenlegen und eine neue Garnitur angezogen.

Dann geht es los zur Brücke, die uns zurück in die USA bringt. Eine gute halbe Stunde dauert es, dann sind wir dran. Ein paar kurze Fragen später sind wir erfolgreich über den Landweg eingereist.

Es schüttet und schüttet. Unser erstes Ziel ist ein Walmart und wir füllen ein paar Lebensmittel wieder auf. Dann geht es in den Fanshop der Buffalo Bills, einem NFL Football Team. Wir sind zwar keine Fans des Teams, aber so einen Shop wollen wir uns trotzdem anschauen.

Hinter dem Fanshop steht das aktuelle Stadion der Bills. Gleich gegenüber wird gerade das neue fertiggestellt, das ab nächster Saison bespielt wird.

Die Wischer laufen auf höchster Stufe als wir Richtung Süden fahren.

Eine Straßensperre zwingt uns zu einem Umweg.

Langsam, ganz langsam wird der Regen weniger, will aber nicht aufhören.

In der kleinen Stadt Franklinville beschließen wir uns ein spätes Mittagessen zu holen und stoppen bei Barbara’s Maple Heaven. Ein klassisches Lokal für die Einheimischen. Wir kommen mit der Kellnerin Janet ins Gespräch und bekommen von ihr ein paar Tips für Ausflüge in der Gegend. Gleich holt sie ihr Handy heraus und zeigt uns die Bilder vom Ausflug am letzten Wochenende, um ihre Empfehlung zu unterstreichen. Wir erfahren hier vom jungen Koch mehr über Ahornsirup, als auf der Ahornsirup-Farm. Also nehmen wir gleich zwei Flaschen mit, nachdem wir ihn gekostet haben.

Als wir die Stadt wieder verlassen, ist gerade Schulschluss. Das bedeutet 20 Meilen Geschwindigkeitslimit im Bereich der Schule. Als wir vom Schülerlotsen angehalten werden, schießt Babsy ein Bild von der Schlange an Schulbussen, von denen gut 15 Stück auf die Kinder warten.

Wir erreichen unsere Unterkunft in Olean NY. Hier werden wir zwei Nächte bleiben und die Umgebung erkunden.