Ein neuer Tag beginnt mit einem weiteren Sonnenaufgang. Da man ihn von unserer Terrasse aus nicht gut sehen kann, spazieren wir noch im Dunkeln zwei Piers weiter und warten, bis sich die Sonne über dem Horizont zeigt. Es ist ein ruhiger, leicht kühler Morgen.
Zum Frühstück gibt es Heidelbeerkuchen, wir haben ihn gestern nicht ganz aufgegessen. Dazu ein großes Glas Milch und der Tag kann beginnen.
Es ist fast 8 Uhr, als wir Lubec verlassen. So ist auch Lubec, verlassen, niemand ist auf der Straße zu sehen. Es dauert ein paar Meilen, bis wir einem anderen Auto begegnen.
Wir fahren an der kanadischen Grenze entlang nach Norden, bis wir den Highway 1 endgültig hinter uns lassen und auf die County Road 9 wechseln. Von nun an geht es zurück Richtung Westen. Hier an der Grenze sind mehr Nadel- als Laubbäume zu sehen. Dementsprechend sieht es wieder grüner aus.
Wieder reisen wir unter einem strahlend blauen Himmel, es hat zwischen 18° und 20°. bald haben wir die Laubbäume wieder gefunden, die Gelb- und Rottöne kehren zurück.
Ein Schild warnt vor dem erhöhten Unfallaufkommen durch Wildwechsel hin. Zwei Rehe, ein Stachelschwein und ein Stinktier haben wir schon gesehen, die es nicht über die Straße geschafft haben. Also aufmerksam sein.
Als würde er in Flammen stehen …
Nachdem wir die Stadt Bangor ME mit ihren rund 30.000 Einwohnern durchquert haben, bekommt die County Road 9 noch den zusätzlichen Namen des Highway 202. Die gerade Nummer zeigt, dass der Highway in Ost-West Richtung verläuft.
Tankstopp. Kurti ist durstig, er braucht um die 14 Liter auf 100 km, kein Wunder bei den über 500 PS, die er auf die Straße bringt. Und dann will er auch nur den besseren Sprit mit höherer Oktanzahl – Luxusauto, Luxussprit.
Arno entdeckt einen Scheibenputzer, der dem in Texas hinsichtlich der Größe in nichts nachsteht.
Bisweilen führt uns Google Maps auf kleine Nebenstraßen, nur um nach ein paar Meilen wieder auf der ursprünglichen Straße zu enden, auf der wir schon unterwegs waren. Wir haben heute ein paar Wohngebiete bewundern können, mit oftmals sehr aufwendiger Halloween Dekoration im Garten. Wir nennen sie Google Umfahrungen, wahrscheinlich sind sie rechnerisch um ein paar Meter kürzer.
Manchmal sind die Brücken so klein und/oder alt, dass sie nur ein LKW auf einmal überqueren darf.
Bei so mancher Straße sind wir froh, dass sie noch asphaltiert ist, so klein und schmal sind sie.
Und genau solche Wege führen an die besten Orte, wie diesen kleinen See, den North Pond bei Locke Mills ME.
Hin und wieder ist ein Briefkasten in seiner Ausgestaltung kreativer als andere. Dieser Hauseigentümer kommt wohl aus Arizona, denn dort wachsen solche Saguaro Kakteen. Auf unsere letzten Reise haben wir sie uns in der Sonora Wüste angesehen, hier im Nord-Osten trifft man sie wohl nur als Briefkasten.
Bevor wir ins Motel fahren, bleiben wir noch bei Butcher Burger stehen. Nach einer Woche in Amerika gibt es den ersten Burger. Einen klassischen Cheeseburger mit Pickles für Arno.
Einen Bacon Bacon mit karamellisierten Zwiebeln für Babsy. Die Hälft davon kommt mit ins Motel, als Mitternachtssnack. 😉
Ein klassiches Motel ist es heute geworden, in West Bethel ME. Keine Terrasse, kein kleiner Hafen vor dem Fenster, kein romantischer Sonnenaufgang. Der Highway 2 ist es, den wir vom Fenster aus sehen.
Nun beginnt der weniger abenteuerliche Teil des Tages, Wäschewaschen. 🙁
Eine volle Ladung in einer großen 8 kg Trommel und zwei Trocknerladungen später stehen wir um unser Bett und legen die Wäsche zusammen, während im Fernsehen Golden Girls läuft.
Morgen verlassen wir Maine und fahren weiter nach New Hampshire. Arnos Vater hat hier in seiner Studentenzeit in einem Jugendcamp als Reitlehrer gearbeitet, nun sehen wir uns den Bundestaat ein paar Jehrzehnte später an.
Im Duft der frischen Wäsche gehen wir ins Bett und wünschen euch eine gute Nacht.
















