Roadtrip Nordosten der USA

Ein verregneter Abschluss

Mitten in der Nacht weckt ein Alarm Arno auf. Leise schleicht er aus dem Schlafzimmer, um Babsy nicht zu wecken und sucht nach der Quelle des schrillen Tons. Es dauert einige Zeit, bis er ihn im Keller entdeckt hat. Erste Aktion, stummschalten. Es ist eine Warnung, dass die Sickergrube voll ist, kein Wunder bei dem Dauerregen.

Es ist Abreisetag, also nicht mehr unser Problem. 😉 Wir packen unsere sieben Sachen und verlassen die Unterkunft in Elka Park.

Das Wetter, in dem wir heute ein paar Stunden unterwegs sein werden ist alles andere als einladend.

In diese Richtung sind wir vom Haus noch nicht weggefahren und es ist die, aus der in der Nacht so viele Autos angekommen sind. Es dauert nicht lange, dann wird die Straße schmal, kurvig und es geht steil bergab. Fahrverbot für Fahrzeuge über vier Tonnen. Wieso laufen wir dann nach ein paar Minuten auf einen LKW auf, der in Schrittgeschwindigkeit den Berg hinunterschleicht?

Irgendwann ist genug Platz, dass er uns vorbei lässt und wir unseren Weg Richtung Hudson Valley fortsetzen können. Es ist Montag, viele, aber nicht alle haben Feiertag. Schulen und Beamte haben frei, bei den restlichen Arbeitnehmern kommt es auf den Arbeitsvertrag an, ob sie am Feiertag frei haben oder nicht.
Über die Franklyn D. Roosevelt Brücke kommen wir auf die andere Seite des Hudson Rivers.

Dort liegt Poughkeepsie NY. Wir fahren am Culinary Institute of America vorbei, der Kochschule des Landes. Alle großen Köche haben hier gelernt.
Aber was kann einen hier so interessieren, dass man einen Umweg macht? IBM, Babsys Arbeitsgeber hat hier eine Niederlassung für zOS Großrechner, eines ihrer Spezialgebiete und schon oft hat sie mit Kollegen hier zu tun gehabt. Jetzt hat sie die Möglichkeit einen Blick auf den Campus zu werfen.

Im Regen drehen wir einen Runde am Gelände, dann geht es weiter. In der Nähe gibt es auch ein Zentrum für Quantencomputer, dass ist aber leider nicht öffentlich zugänglich, auch nicht für Babsy als Mitarbeiterin.

Wir werden die restlichen Tag des Urlaubs in einem Haus in Massachusetts verbringen und dafür brauchen wir Vorräte. Wir nehmen gleich einmal alle Dosen unseres Lieblingsrubs für Huhn mit, was wir haben, haben wir. Sorry liebe nachfolgende Kunden, out-of-stock.

Ein kurzes Stück fahren wir durch Connecticut, die Städte sind eher wohlhabend, de Häuser groß, die Parks gepflegt.

Bald haben wir Massachusetts erreicht, den letzten Bundesstaat der Reise. Wir waren nun, zum Teil mehrmals in New Jersey, New York, Connecticut, Rhode Island, Maine, New Hampshire, Vermont und Pennsylvania. Weitere acht Bundesstaaten erledigt, neuer Stand 29.

Auf kleinen Starßen geht es durch einen dauerhaften Schüttregen, der so manches Mal die Wischer an ihre Grenzen bringt.

In Monterey MA gleich nach der Kirche links abbiegen. Fast da.

Über eine Schotterstraße in sehr gutem Zustand geht es zu unserem Häuschen. Heute früh ist hier in der Gegend der Strom ausgefallen, wir hoffen das Beste. Neblig, feucht und trüb ist es hier im Wald.

Als wir auf das Grundstück fahren kommen uns gerade die LKWs mit den Reparaturtrupps des Netzbetreibers entgegen. Ahh, ein warmer Kamin und Strom, alles bestens. Schnell noch die Koffer und Taschen ins Haus, dann können wir uns aufwärmen.

Da wir hier unsere unzähligen Ikea-Säcke, Einkaufstaschen, Reisetaschen und Koffer etc wieder in zwei Taschen und zwei Koffer umpacken, muss alles ins Haus.

Für die nächste Tage ist nur Regen angesagt, es werden wohl eher ruhige Tage werden. So viele Regentage hatten wir in all unseren USA-Urlauben zusammen nicht. Vielleicht das nächste Mal zur Sicherheit wieder in die Wüste?
Wir erhalten ein E-Mail von einer offiziellen Stelle für Verkehrssicherheit, dass unser Kurtl von einem Rückruf betroffen ist. Es könnte sein, dass eine Fensterabdeckung auf der Außenseite nicht korrekt verschraubt wurde. Wir können umgehend das Auto bei unserem Vermieter austauschen lassen. Das werden wir uns sparen, denn viel fahren werden wir nicht mehr.

Am nächsten Tag kommt noch einmal eine Elektrikerin des Stromanbieters und tauscht den Zähler aus. Die Unterbrechung dauert nicht einmal 15 Sekunden, Hut ab!

Als der Regen dann doch eine Pause macht, fahren wir in die nächste Stadt, Greater Barrington MA und schauen uns dort ein wenig um.

Andere Leute vertreiben sich die Zeit in Museen, wir machen das mit Lebensmittelgeschäften. 😉

Die Abteilung mit frisch gebackenen Süßspeisen ist in ihrer Auswahl immer wieder beeindruckend.

Bei der Rückkehr haben wir die Chance unser Haus zu fotographieren, ohne nass zu werden.

So nutzen wir den Kamin, die Küche, Netflix und Hulu, während es draußen immer näher an die Null-Gradgrenze geht.

Morgen geht es zurück nach Boston, von wo wir nach Hause fliegen. Ein abschließender Post kommt noch. Gute Nacht.

Heimwärts

Der letzte Morgen des Urlaubs bringt uns strahlendes Wetter. Vor ein paar Tagen haben wir die exzellente Schotterstraße zu unserer Unterkunft gelobt und jetzt wissen wir auch, warum sie in einem derart makellosen Zustand ist. Ein Gräder fährt mehrmals vorbei und stellt sicher, dass die Fahrbahn einwandfrei ist.

Nachdem wir unsere sieben Sachen wieder in den Reisetaschen verstaut haben, wirkt der Kofferraum wie leer.

Zu Beginn nutzen wir noch ein paar kleine Nebenstraßen und fahren an Farmen und kleinen Dörfern vorbei.

Doch bald ist es an der Zeit auf die Interstate zu wechseln und es ist sogar eine mit Maut. Gesamt haben wir etwa $20,- für Maut in diesem Urlaub ausgegeben, den Großteil am Weg aus und nach Boston.

Babsy hat doch noch eine Filiale unserer Lieblings-Fastfoodkette gefunden und so bleiben wir bei Raising Cane’s stehen.

Die Wahl ist hier auf die Größe der Portion beschränkt, denn es gibt nur dieses eine Menü – Chickenfingers mit Pommes, Cole Slaw, Sauce und Brot.

das Glück ist uns Hold, denn kurz nachdem wir bestellt haben, stürmt eine ganze Schulklasse auf Ausflug das Lokal und die Schlange am Tresen wird laaange.

Und bald ist der Flughafen angeschrieben, Boston Logan Airport.

Es ist Zeit, dass wir uns von Kurti verabschieden. Schmutzig und mit 2.864 Meilen (4.840 km) mehr am Tacho geben wir ihn zurück. Für unsere USA-Reisen eher ein Kurztrip. Für die ausgetauschte Batterie im Schlüssel bekommen wir schnell und unbürokratisch $20,- gutgeschrieben. Mach’s gut, Kurtl.

Mit Ausblick auf unsere Maschine von Austrian setzen wir uns in ein Lokal.

Einen letzten Versuch in Sachen Bier wagt Babsy noch. Wohl eher ein Radler als ein Bier. Sie können hier vieles, aber kein Bier, das sind eher Hopfenlimonaden. 🙁

Wir heben ab und blicken noch einmal hinunter auf Boston und seine Atlantikküste.

Der Bordservice startet und dann der Moment der Erleichterung für Babsy, Gösser Bier!

Vielen Dank, dass ihr uns soweit durch den Nordosten der USA begleitet habt. Schauen wir, wohin es uns nächstes Jahr verschlagen wird …