Freiheit
Heute geht es zur Freiheitsstatue, der Lady Liberty, die auf einer kleinen Insel vor Manhatten steht.
Die Polizisten sind von den Kreuzungen verschwunden. Die kleinen Streetfood-Stände, die Kaffee, Donuts und Hot Dogs anbieten, haben viele gute Kunden verloren, nachdem die Uniformierten abgezogen sind. 😉
Die Morgensonne lässt das Chrysler Building erstrahlen, als wir zur Subway 5 marschieren.
An die Südspitze Manhattens geht es und nach rund 25 Minuten sind wir in der Station Bowling Green angekommen. Von hier sind es nur ein paar Minuten zu Fuss zur Anlegestelle der Fähre nach Liberty Island. Während wir warten, legen laufend die orangenen Fähren von Staten Island an und bringen die Pendler in die City.
Als Early Birds haben wir natürlich wieder die erste Fähre gebucht und so legt vor uns nur das Boot mit den Park Rangern in Richtung Liberty Island ab. Manhatten zeigt sich heute diesig.
Das Licht der goldenen Stunde lässt die Lady Liberty leuchten, als wir sie umrunden.
Gebucht haben wir den Besuch der Freiheitsstatue samt ihrer Krone, es geht hoch hinaus. Wir beginnen mit dem Aufstieg und so wie wir halt sind, nehmen wir die Treppe und nicht den Lift. Bis zur Aussichtsterrasse an der Spitze des Sockels sind es 215 Stufen, etwa 10 Stockwerke.
Kaum dass wir die letzte Stufe erklommen haben, spricht uns eine Park Rangerin gleich auf unser orangenes Armband an. Dieses zeigt ihr, dass wir bis zur Krone hinauf wollen und dürfen. Der Zutritt ist limitiert und ihr werdet gleich sehen warum.
‘Gleich hier rein und da geht’s hinauf zur Krone. Viel Spaß!’. Wir lernen einfach nicht dazu, statt eine Pause zu machen und auf die Aussichtsplattform zu gehen, nicken wir nur freundlich, weil Luft zum Reden haben wir keine. Wir nehmen die weiteren Stiegen in Angriff.
Na zum Glück sind die auch gleich noch steiler und enger.
Nach nur einem Stockwerk enden die engen Treppen und werden zu einer Wendeltreppe, die durch den ganzen Körper der Freiheitsstatue nach oben führt. Mitten durch das Stützgerüst. Man sieht die Innenseite der Außenhaut, jede Falte ihres Kleides.
Die Wendeltreppe ist so eng und steil, dass man sich fast um die zentrale Säule herumbiegen muss. 162 Stiegen geht es nun nach oben, kein Zurück mehr. Gesamt sind das dann 22 Stockwerke.
Zwei Mal hat man die Chance kurz eine Pause auf einer kleinen Plattform zu machen. Die hohe Luftfeuchtigkeit tut das ihre … Gut, dass Babsy eine Flasche Wasser mitgebracht hat.
Dann haben wir es geschafft, die Krone der Freiheitsstatue. So sieht die Haarschopf von innen aus. Bisher ist uns nicht aufgefallen, dass die Lady Liberty Strähnen in ihrer Frisur hat, hier oben kann man sie ganz deutlich erkennen.
Es ist eng hier oben, man muss den Kopf einziehen, um nicht gegen die diversen Streben zu laufen. Das ist auch der Grund, warum der Zugang limitiert ist. Auf so kleinem Raum kann man nicht viele Besucher unterbringen. Als wir oben ankommen, sind wir nur zu fünft und das reicht auch. Durch kleine Fenster kann man nach draußen schauen, Fähren und Lastkähne ziehen an uns vorbei. 28° zeigt das Thermometer des Rangers.
Wenn man sich an die Scheibe drückt und nach oben schaut, sieht man zum Einen die Strahlen der Krone …
… und zum Anderen die Unterseite der Fackel. Leider sind die Fenster sehr trüb.
Noch einen kleinen Small-Talk mit dem Ranger über seinen Besuch in Wien, wie er den Steffel erklommen hat und vor dem Rathaus eislaufen war.
Es geht wieder nach unten. Die Wendeltrelle ist eine Doppelhelix, ein Strang führt nach oben, der andere nach unten. Bis hierher geht es auf die Oberschenkel, ab hier auf die Knie.
Und los.
Mit Knieschnackeln erreichen wir wieder das obere Ende des Sockels und stellen uns sofort in die leichte Brise, um den Schweiß zu trocknen. Pfff!
Es trübt sich ein, der Schleier um Manhatten wird dichter. Für heute Nacht ist Regen angesagt.
Nachdem wir wieder Luft haben, begeben wir uns nach unten. Nur ein Stockwerk tiefer sehen wir ein Schild auf einer Tür, das darauf hinweisst, dass man hier zum Lift kommt. Kurz treffen sich unsere Blicke und es ist beschlossen. Tür auf und zum Lift!
Am Weg nach unten gibt es noch einen kurzen Plausch mit den Park Ranger, der den Lift bedient. Das darf nicht jeder, denn auch der Lift ist eine Antiquität und Teil des wohl wichtigsten Denkmals der Nation. Er kann auf ein paar lustige Begegnungen zurückblicken, die ihn an so manchem Verstand zweifeln lässt. 🙂
Von ganz unten lichten wir die Freiheitsstatue noch einmal in ihrer ganzen Größe ab. Bis da ganz nach oben in die Krone sind wir hinauf geklettert.
Wieder am Festland spazieren wir hinter der Wall Street vorbei und suchen uns etwas zum Essen. Die Wahl fällt auf Liberty Bagels, wenn wir schon bei der Lady Liberty waren …
Hier gibt es 24 Varianten von Bagels, also nur vom Gebäck selbst. Die Füllung sucht man dann extra aus.
Wir entscheiden uns für einen Plain Bagle, also ganz einfach und langweilig. Getoastet und in der Variante Popeye – Huhn mit Cajun Würze (sprich kai-tschen), Speck, eingelegten Gurken, Salat , Tomaten und Chipotle Mayonaise. Wir sind große Fans der Cajun-Küche, die wir im tiefen Süden kennen gelernt haben. Reichlich Feuer!
Ein kleiner Hinweis für New York Besucher: In etlichen Restaurants haben die WCs Türen mit einen Code-Schloss. Und der ist dann meist auf der Rechnung als Bathroom Code angedruckt.
Wir gehen weiter bis zum Ground Zero, dem Mahnmal für 911. Wasser stürtzt die Wände nach unten in die das ehemalige Fundament der beiden Gebäude. ‘No Selfies with funny or smiling faces.’ sagen die New Yorker. Zuerst stehen wir am Südturm.
Den Rand des Monuments bildet eine Einfassung aus dunklem Metall, in dem die Namen aller Opfer eingeschnitten sind.
Und dann kommt es zu so einem Moment, den man sein Leben nicht mehr vergisst.
Eine junge Frau in Business-Kleidung bleibt für ein paar Sekunden neben Babsy stehen und berührt einen Namen, Dorothy. Streicht mit den Fingern darüber und geht dann still weiter.
Wir gehen am The Oculus vorbei, um die Subway an der Station World Trade Center zu besteigen. Ja, wir haben uns entschieden heute etwas mehr U-Bahn zu fahren. 😉
Unser Ziel ist die High Line, eine ehemalige oberirdische U-Bahn-Trasse, die heute ein begrünter Spazierweg durch die Stadt ist. Eine Bürgerbewegung hat den Abriss verhindert und die Umwidmung vorangetrieben.
Einige skurille Installationen begleiten die Spaziergänger, so wie dieser Beobachter.
Oder diese Taube, bei der wir eine längere Pause gemacht haben. Den Schnappschuss mussten wir machen und hier posten, ganz speziell für unseren liebsten Nachbarn Peter. 😉
Man könnte fast vergessen, dass man in einer Großstadt ist. 2,6 km lang und gut 7 Meter über den Straßen von New York gibt es hier Sitzbänke, kleine Gärten und Plätze zum Verweilen.
Wir verlassen die High Line und besuchen den Chelsea Market, einen großen Food Court.
Ein Lokal reiht sich an das andere.
Babsy hat in ihrer Liebe für asiatische Nudelgerichte schnell das Richtige für heute Abend gefunden – Very Fresh Noodles.
Hier bereitet der Koch für jede Bestellung die Nudeln frisch zu, in dem er den Teig durch die Luft wirbelt. Mit einem Lächeln im Gesicht und einer großen Portion Tingly & Spicey Cumin Beef verlässt Babsy das Lokal. Take away, baby.
Und so endet ein ereignisreicher Tag im Bett – mit einer Schüssel feuriger Nudeln, die durch den Sichuan Pfeffer ein leichtes Kribbeln auf der Zunge hinterlassen.
Morgen geht es nach Boston, von wo aus wir Richtung Norden aufbrechen und die großen Städte hinter uns lassen. Gute Nacht.


































































