05:30 und der Wecker läutet, wir hoffen erneut auf einen großartigen Sonnenaufgang. Da unser Bett genau auf die Balkontüre ausgerichtet ist, reicht ein kurzer Blick. Der Himmel mit dichten Wolken verhangen. Wir können uns das frühe Aufstehen sparen, also die Augen noch einmal zugemacht.
Als wir uns in Richtung Osten aufmachen, hat sich die Wolkendecke schon etwas gelichtet.
Unser heutiges Ziel ist Lubec ME, die östlichste Ortschaft der USA. Sonst ist dort nicht viel, also füllen wir unsere Vorräte bei Walmart noch einmal auf. Am Parkplatz sehen wir einen kurzen alten Schulbus, umgebaut zu einem Camper. Nice.
Wir folgen weiterhin dem Highway 1, machen jedoch ein paar Umwege, die uns über kleine Nebenstraßen direkt an der Küste entlang führen. Orte wie Jonesport und Co sind alles andere als touristisch. Hier gibt es außer Privathäusern nichts, keine Lokale, keine Geschäfte. Vielleicht einmal einen Dollar General, eine General Store Kette der eher kleinen Art. Er taucht dort auf, wo die anderen Ketten keine Kundenbasis mehr sehen.
Dafür gibt es sehr nette kleine Häfen zu entdecken.
Hier sind auch die Reusen aufgestapelt, mit denen der Hummer gefangen wird. Der einzige Foodtruck weit und breit, bei dem man eben diese Schalentiere erwerben kann, hat geschlossen. 🙁
Je weiter nördlich wir kommen, desto mehr verfärbt sich das Laub, der Indian Summer kommt.
Es gibt noch ein zweites Lebensmittel, für das diese Gegend bekannt ist, Heidelbeeren. Die Felder sind schon abgeerntet, auch das Laub der Sträucher verfärbt sich schon rot. Beide müssen wir an unsere Jugend denken, als wir mit unseren Müttern in den Wäldern von Niederösterreich und der Steiermark nach eben solchen Heidelbeeren gesucht haben.
Man kann sich bei vielen der Farmen hier als Erntehelfer bewerben, nein wie schade, dass die Zeit dafür schon vorbei ist. 😉
Wir wollen uns die Rückenschmerzen beim Brocken ersparen. Also fahren wir zu einem der Bauern und kaufen uns in seinem Schuppen einen frisch gebackenen Heidelbeerkuchen. Blue Barrens Farm bietet eine solchen mit 500 g um $ 25 an.
In unserer modernen Welt geht das kontaktlos, Zahlung mit Kreditkarte oder Handy ist kein Problem. Babsy ist etwas entäuscht, hätte sie doch so gerne die alte Bäuerin getroffen, die den Kuchen gebacken hat. 😉
Heute Abend werden wir sicherlich einen blau verschmierten Mund haben. 😛
Damit aber noch nicht genug zu dem Thema, es gibt noch das Wild Blueberry Museum mit Shop, nicht weit von hier in Columbia Falls ME. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen.
Das leuchtende Blau des Gebäudes tut schon fast in den Augen weh.
Wir verlassen die kleine Ausstellung mit einem Glas Heidelbeermarmelade und einem Heidelbeereissandwich.
Kaum ein landwirtschaftliches Produkt kommt ohne eine Königin oder Prinzessin aus, die es repräsentiert und so nutzt Babsy die Chance und besetzt den leeren Thron.
Was hat man hier in der Einfahrt stehen? Eine alte Corvette, einen rostigen Stapler und ein Fischerboot. 🙂
In der kleinen Stadt Machias ME kommen wir zufällig an einem Supermarkt vorbei, den wir noch nicht kennen – Hannaford. Daran kommt Babsy natürlich nicht vorbei, da gibt es sicher etwas zu entdecken, also stehengeblieben.
Ein recht brauchbares Baguette, ein Sack mit 2 kg Äpfeln von lokalen Bauern und ein frischer Krebsaufstrich kommen in den Einkaufswagen. Die großen Schalentiere lassen wir lieber hier.
Immer kleiner und einsamer werden die Straßen, die wir nehmen.
So einsam, dass die Seeadler auf den Strommasten ihre Nester bauen, weil sie keiner stört.
Am Nachmittag erreichen wir unser Ziel, Lubec. Wenn man hier einmal falsch abbiegt steht man an der kanadischen Grenze. Bevor wir unser Quartier beziehen, gehen wir in The Inn on the Wharf um etwas zu essen.
Was wir es wohl werden? Babsy bekommt eine Lobster Roll, Hummerfleisch mit Mayonaise in einem getoastetem Brötchen.
Arno geht all-in und bestellt sich den ganzen Hummer mit einem Maiskolben. Lediglich $ 39 stehen dafür auf der Rechnung.
Wir sind uns einig, dass uns die Crawfish in Louisisana besser geschmeckt haben.
Auf dem Tischset steht der Hinweis ein Lätzchen zu verwenden, da im unpassendensten Moment Wasser herausspritzen kann und man sich damit auch gleich viel jünger fühlt. Überraschend sauber geht Arno aus seiner ersten Konfrontation mit einem so großen Schalentier heraus, obwohl er auf das Plastiklätzchen verzichtet hat.
Gleich daneben beziehen wir unser heutiges Quartier mit dem Namen Smuggler, mit direktem Blick auf den Atlantik.
So geht für uns nach einem ereignisreichen Tag die Sonne unter.
Morgen haben wir den längsten Stint der Reise vor uns, also heißt es früh losfahren. Wir gehen deswegen bald ins Bett und wünschen eine gute Nacht.























