Der Morgen erwartet uns mit blauem Himmel, doch in der Ferne sieht man schon die Wolken kommen. Also schnell los zu unserem ersten Ziel des Tages.
Wir durchqueren Olean NY, die Stadt an deren Rand wir wohnen.
Es geht bergauf in die Wälder an der Grenze von New York und Pennsylvania. Wir bleiben im Rock City Park stehen, um uns die Felsformationen anzusehen.
Es geht durch The Fat Man’s Squeeze, eine enge Spalte im Felsen.
Der Blick nach oben durch die herbstlichen Bäume zeigt, dass die ersten Wolken auftauchen.
Doch die Sonne hat ihre Momente, um uns leuchtende Farben zu zeigen.
Immer wieder kommen wir an Halloween-Gärten vorbei. Die riesigen Skelette haben wir schon letztes Jahr gesehen. Die Hunde, Katzen, Hühner und Hirsch-Varianten sind neu. Babsy überlegt laufend, wo sie so etwas herbekommen und was ein 3D-Drucker so leisten kann.
Dann erreichen wir den Kinzua Bridge State Park. 1881 wurde mit dem Bau der Brücke begonnen, um das Kinzua Creek Valley mit der Eisenbahn überqueren zu können. Holz, Kohle und Eisen wollten aus der Region Richtung Norden gebracht werden.
In nur 94 Tagen wurde die damals höchste und längste Eisenbahnbrücke der Welt aus Eisen erbaut. Die 20 Pfeiler sind fast genauso hoch wie Lady Liberty. Die Höchstgeschwindigkeit auf der Brücke war 5 Meilen, dann begann sie zu stark zu schwanken.
1900 war die Kapazität der Brücke erreicht, die Züge wurden zu groß und schwer. Also wurde das Bauwerk Stück um Stück abgebaut und aus Stahl neu errichtet, in nur 105 Tagen.
Der Schienenstrang bestand aus zwei äußeren und zwei inneren Schienen, um bei einer Entgleisung den Zug aufzufangen. 1959 war es dann vorbei mit der kommerziellen Nutzung und das Viadukt wurde zu einer Touristenattraktion.
Wir marschieren auf das Viadukt, das heute ein Skywalk ist.
2001 wurden strukturelle Probleme entdeckt und eine Renovierung gestartet. Blickt man am Ende des Skywalks über die Brüstung sieht man das:
Am 21 Juli 2003 kam während der Arbeiten ein Tornado der Klasse F1 das Tal entlang und riss 11 der 20 Stützen um. Der Stahl verbog sich in alle Richtungen. Die Bolzen, welche Steher und Fundament verbanden, waren noch immer die originalen aus 1881. Sie wurden beim Upgrade der Brücke nicht ausgetauscht und waren die Schwachstelle die brach.
Man machte aus einem Problem eine Lösung. Statt die gesamte Brücke zu renovieren nutze man die verbleibende Brücke um den Skywalk zu errichten. Die elf umgefallen Stützen ließ man liegen. Die Besucherzahlen sind seither gestiegen.
Wir fahren weiter nach Bradford PA und kommen wieder bei etlichen Baustellen vorbei. Sie entwickeln sich langsam zum Thema dieses Roadtrips.
Einige Zeit lang fahren wir hinter einem LKW her und scherzen schon, dass er genau dorthin fährt, wo auch wir hin wollen.
Und tatsächlich, er biegt auf das Firmengelände von Zippo dem Feuerzeughersteller ein.
Wir fahren eine Einfahrt weiter zum Zippo Museum, um mehr über diese amerikanische Ikone zu erfahren.
Der Ursprung und Inspiration für das Zippo ist ein Feuerzeug aus Österreich! Anfang der 1930er Jahre ärgerte sich der Firmengründer George Blaisdell darüber, dass zwei Hände nötig sind, um es zu bedienen. Das änderte er in seiner Entwicklung, damit man es mit nur einer Hand benutzen konnte, ein Welterfolg.
Trotz der Wirtschaftskrise gründete Blaisdell ein Unternehmen und gab auch noch lebenslange Garantie für das Produkt. Über die Jahre versuchte er es mit weiteren Produkten, wie Lippenbalsam oder einem Schmiermittel für Zippverschlüsse, doch nichts kam auch nur annähernd an das Feuerzeug heran.
Da halfen auch die Golfbälle oder der Golfballwärmer (links unten) nicht.
Das Zippo ist in der Popkultur tief verwurzelt und begegnet uns immer wieder. So auch in Filmen wie Matrix, Indiana Jones und am bekanntesten in Stirb langsam mit Bruce Willis.
Um das Garantieversprechen, dass man sein Zippo ein Leben lang zur Reparatur einsenden kann zu erfüllen, gibt es die Zippo Clinic. Hier werden die Feuerzeuge, die aus 22 Teilen bestehen, wieder funktionsfähig gemacht.
Einige der schwierigeren Fälle, die dann doch ausgetauscht statt repariert wurden sind hier ausgestellt. Vom Müllschlucker über Straßenwalzen und Bulldozer bis hin zu Stahlpressen und Lokomotiven, hier die stärksten Gegner gelistet.
Natürlich gibt es auch einen Shop, in dem wir einen Pullover, ein T-Shirt und ein Zippo als Erinnerung mitgenommen haben.
Babsy ist ja ein großer Fan von den grün-gelben John Deere Zero-Turn Rasenmähern, also haben wir uns für ein entsprechend gebrandetes Feuerzeug entschieden.
Wir kehren wieder in den Bundesstaat New York zurück. Gestern haben wir noch darüber gesprochen, ob es hier wohl Bären gibt und das Verkehrsschild beantwortet die Frage klar und deutlich.
Zu viele Skelette und Spinnennetze haben Babsy unruhig gemacht, also fahren wir zu einem Halloween-Shop, um zu schauen, was wir so bekommen.
Ein riesiges Geschäft, doch primär gibt es Verkleidungen. Aber wir haben trotzdem einen großen Sack mitgenommen. Nach unserer Heimkehr werdet ihr unsere Beute an und in unserem Haus sehen.
Morgen geht es über den Highway 6, einen Scenic Byway, durch Pennsylvania. Wir wünschen eine gute Nacht.
























