Columbus Horror

Heute wollen wir die Catskill Region erkunden. Das erste Ziel sind die Kaaterskill Falls, ein kleiner Wasserfall.

Als wir auf die Zufahrtsstraße einbiegen wollen, kommen uns eine Menge Autos entgegen und sie biegen alle in die kleine Straße ab, neun Autos nacheinander?
Schnell wird uns klar was hier abläuft. Hunderte Autos stehen links und rechts der Fahrbahn, ein langer Stau zieht sich in das Tal. In der Einfahrt zu einem Haus drehen wir um und brauchen dann noch 15 Minuten, um aus dem Chaos zu entkommen. Zwischenstopp gestrichen.
WTF? Kolonnen kommen uns entgegen. Stau auf jeder Straße. Dann wird uns klar: New York City ist nur 100 Meilen entfernt, das Wetter ist recht gut und am Montag ist auch noch Feiertag – Columbus Day. Und wir haben uns gestern nacht noch gewundert, woher all die Autos kommen.

Wohltätige Organisationen nutzen dieses Wochenendchaos, um es noch weiter zu verschlimmern und bauen AUF der Straße Spendensammelpunkte ein. Sie halten jedes Auto auf und erklären, wofür oder -gegen sie sammeln. Man kann sie sogar im Navi/Google Maps als Stau gekennzeichnet sehen. Herrlich.

Wir haben uns einen Leuchtturm am Hudson River zum Besichtigen ausgesucht. In einem Industriegebiet, neben einem großen Gasverteiler stehen wir hinter einem Stacheldrahtzaun. In der Mitte des Bildes sieht man ein kleines Gebäude, das ist der Leuchtturm. Ob die Karte uns da fehlgeleitet hat? Na, heute läuft es …

Dann kommen wir zum nächsten Spendensammelpunkt, diesmal von der Feuerwehr in Port Ewen. Hier kann Babsy als Fire Brigade Fan nicht nein sagen und wir werfen ein paar Dollars in den Feuerwehrhelm, der uns vor das Fenster gehalten wird.

Wir bekommen ein Kärtchen als Dank für die Unterstützung.

In der Gegenrichtung ist der Stau noch schlimmer. Wo wir auch hinkommen, es ist mehr ein Parkplatz als eine Fahrbahn. Babsy sucht laufend nach Ausweichrouten. Als wir uns dem Walkway Over the Hudson nähern, einer Fussgängerbrücke über den Hudson River, ist die Straße mit ihren Schrägparkern schon über einenthalb Kilometer vor dem Eingang vollgeparkt. Wir drehen gleich um, nächster Punkt gestrichen.

Wir stauen uns wieder in Richtung unserer Unterkunft, in Ortschaften, zwischen den Ortschaften, egal wo, alles steht.

Babsy findet ein paar kleine Wege durch die Wälder, auf die sich die normalen Autofahrer nicht verirren. Hier kommen wir besser voran.

Außer jemand aus New York City nutzt die gleiche Straße und hat so viel Angst vor den Kurven, dass wir zeitweise fast stehenbleiben. Wieso tut man sich so etwas an, wenn nicht autofahren kann und so viel Angst vor Kurven hat?

Auch wenn der Parkplatz voll von New Yorkern ist, bleiben wir bei dem Bauernhof der Saunderskill Farms stehen. Die Familie betreibt die Farm seit 1680. Es soll Kuchen und ähnliches zu kaufen geben.

New Yorker Ahornsirup und ein Frühstückskuchen finden ihren Weg in unser Auto.

Ein Motorrad Club mit hunderten Mitgliedern kommt uns auf einer der kurvigen Waldstraßen entgegen. Auch Rennradclubs ziehen hier ihre Runden. Voll, voll, voll.

Wir streichen alle weiteren Aktivitäten für das Wochenende. Kochen, Wäschewaschen und Fernsehen sind angesagt. Es macht keinen Sinn.

Bei unserer Unterkunft sind alle Außentüren als Doppeltüren ausgelegt und sie haben Mechanismen, die sie sofort, schnell und mit Kraft zuziehen. Dann schnappen die zusätzlichen Sperrhaken ein. Bärensicher.

Die vordere Türe hat einen Vorraum, in dem man sich die schmutzigen Schuhe ausziehen kann (mudroom). Auf der äußeren Türe sieht man die Abdrücke einer Bärentatze mit ihren Krallen. Am Foto ist es leider nicht so deutlich zu sehen.

Montag in der Früh geht es zu unserer letzten Unterkunft auf der anderen Seite des Hudson Rivers.