Unser Einschlafen war von ständigen Sirenen begleitet, gegen Mitternacht wurde es dann ruhiger in der 52. Straße, die Polizei ist abgezogen.
Kaum ist die Sonne aufgegangen, machen wir uns auf den Weg, der/das Jetlag macht uns das frühe Aufstehen noch leicht. Die Straße wirkt leer und verlassen.
Vorbei an klassichen New Yorker Häusern geht es einmal um die Ecke in einen kleinen Supermarkt, um ein paar Flaschen Wasser für den Tag zu holen, 28° erwarten uns heute.
Unsere erste U-Bahn Fahrt führt uns in die Gegend um die Sixth Avenue.
Bei Mikes Sandwiches holen wir uns ein Frühstück. Das Lokal ist keine 20 Quadratmeter groß und doch arbeiten 4 Mann in der Küche. Die Front zur Straße ist ein Fenster, gerade einmal 2 Meter breit. Mit unserer Beute machen wir uns zu Fuß auf die Gegend zu erkunden.
Wie Obdachlose essen wir jeweils einen halben Sandwich auf einen Betonblock, mit dem das NYPD die Straßen absperrt. Das muss besser gehen, also spazieren wir zu Macy’s und setzten uns dort auf bereitgestellte Gartenmöbel, das hat mehr Stil.
Wir haben einen Termin um 10:00, bis dahin ist es noch eine gute Stunde, und so geht es weiter zum Bryant Park, wo wir unter den Bäumen eine kleine Pause einlegen. Mitten in dieser hektischen Stadt einen solchen kleinen Ort der Entspannung, nicht der Ruhe, zu finden, ist schon etwas Feines.
Der Park ist für seine Schachtische und -partien bekannt, zu so früher Stunde messen sich die lokalen Meister jedoch noch nicht.
Kurz vor 10 Uhr stehen wir am Gehsteig vor dem Empire State Building und warten auf Einlass. Wir haben gleich für den ersten Termin Tickets besorgt, um ganz nach oben zu fahren und einen Blick auf die Stadt zu erhaschen.
Wir lassen die Ausstellung im 2. Stock aus und fahren gleich nach oben in den 80. Stock.
Von hier hat man durch etliche Fenster einen Ausblick in alle Richtungen, doch dafür sind wir nicht hier, wir wollen höher hinauf. Im 86. Stock gibt es eine Terrasse und man sieht die Stadt ganz ohne Glas dazwischen.
Noch liegt ein leichter Schleier über der Stadt, den wird die Sonne aber bald vertreiben. Richtung Süden sieht man in der Ferne die Freiheitsstatue und den Atlantik.
Beim Blick nach Osten sieht man das Gebäude der Vereinten Nationen, direkt am East River und auch die Nachbarschaft, in der wir wohnen. Das auffällige Dach des Chrysler Buildings ist zu erkennen.
Zwischen all den Hochhäusern entdecken wir den Bryant Park wieder, in dem wir gerade noch gesessen sind.
Und auch Macy’s finden wir. Es ist spannend all die Orte, an denen wir schon vorbeigekommen sind zu suchen und zu erkennen, wie die Stadt aufgebaut ist.
Das ist wohl der beste Ort für den einen Selfie, den wir auf jeder Reise machen. Also herausfinden, wie man die Selfie-Kamera und Timer aktivert – klick!
Wer weiter oben genau aufgepasst hat weiß, dass es noch weiter nach oben geht. Also hinein in den Lift und in den 102. Stock. Auch hier hat man einen Rundumblick, steht aber hinter dickem Glas, das von Boden bis Decke geht und damit besondere Ausblicke erlaubt.
Auch den, 16 Stockwerke nach unten auf die Aussichtsterrasse, auf der wir gerade waren.
Was wollen wir mit dem angebrochenen Tag machen? Gefühlt ist es schon 4 Uhr Nachmittag, tatsächlich ist es gerade erst Mittag, also noch genug Zeit etwas zu entdecken.
Ab in die Subway, diesmal eine moderne Garnitur und in Richtung Central Park gefahren.
Bei der 72. Straße steigen wir aus und überqueren den Central Park Way, an dem einige prächtige Gebäude stehen. Hier ist das Wohnen sicher alles andere als günstig.
Wir lassen uns auf einer Parkbank nieder und blicken über die Bäume hinweg auf die Hochhäuser.
Der Park ist eine Welt für sich, schnell vergisst man, dass man mitten in einer der größten Städte der Welt ist. Bücken spannen ihren sanften Bogen über einen See, auf dem Ruderboote fahren.
Die Giganten aus Stahl, Beton und Glas spiegeln sich im flachen Wasser wieder. Es ist gerade einmal 4 Fuß tief, rund 120 cm. Alles hier wurde von Architekten geplant, nichts hier ist eine natürlich gewachsene Landschaft. Ein großer Architekturwettbewerb in den 1850er Jahren war der Startschuss für den Park, in dem wir heute stehen.
Nur die großen Felsen gab es schon und selbst diese wurden freigelegt und teilweise bearbeitet. Ein ganzer Stadtteil, das Seneca Village, wurde geschliffen, um Platz für das 341 Hektar große Erholungsgebiet zu machen.
Schildkröten sonnen sich im flachen Wasser.
Gute gepflegte Wege werden von Spaziergängern genutzt, breite Radwege führen durch den Park und es gibt genug Sitzmöglichkeiten, um zu Mittag hier Pause zu machen. Freche Eichhörnchen wuseln um uns herum, als wir hier in der Mitte des Parks sogar die Sirenen von den Straßen außerhalb nicht mehr hören – schon eher unsere Welt als die der Straßenschluchten.
Wir erreichen die Ostseite des Parks und beschließen eine Mischung zwischen Mittag- und Abendessen zu suchen. Bei Tamam, einem veganen Imbiss/Restaurant werden wir fündig.
Arno holt sich ein Pitabrot mit Shawarma, angebratenem Karfiol, mit Tahini und gepickelter Gurke, Pefferoni etc. Für Babsy gibt es ein Pitabrot mit knusprig gebratener Aubergine.
Zum Schluss plaudert Arno mit dem Koch und holt sich ein paar Tips, wie man die beiden Gerichte zubereitet – mit Liebe ;-). Den sauren Krautsalat würden wir weglassen und etwas mehr Salz/Gewürze verwenden.
Die Sonne sticht gnadenlos vom Himmel, als wir uns zu Fuß auf den Weg nach Hause machen. Wir lernen ja nicht aus unseren Fehlern. Jedes Mal, nachdem wir an einem Tag über 15 km durch eine Stadt gehatscht sind, sagen wir uns ‘Nie wieder.‘ Auch im Vorfeld der Reise nach New York war uns klar, das wir es diesmal nicht so machen werden …
Wir werden es niemals lernen. 😉
Die Sirenen der Polizei interessieren hier in New York niemanden, kein New Yorker schaut in die Richtung des Geheuls. Doch wenn das Fire Department kommt, dann schauen sie schon. Mit Folgetonhorn und mit wehenden amerikanischen Fahnen am Heck donnern die Fahrzeuge der New Yorker Feuerwehr an uns vorbei.
Babsy hat als NYFD-Fan schon gestern eine kleine Feuerwache abgelichtet, nicht mehr als eine Garageneinfahrt in einer Seitenstraße.
Heute ist im UN-Gebäude die große 80er Jahrfeier, mit all den Mächtigen und so ist unsere Straße als Anreisekorridor wieder von der Polizei abgesichert. Demonstranten haben sich mit Transparenten an den Gittern eingefunden, um dem amerikanischen Präsidenten, der heute wieder mit seinem Konvoi unter unserem Fenster durchgerauscht ist, ihre Meinung zuzurufen.
Das war unser zweiter Tag in New York. Morgen wir es wieder supertouristisch, es geht in den Nationalpark auf Liberty Island, um die Lady Liberty zu erklimmen. Schlaft gut.


























