Auf nach Niagara

Die Schotterstraße bringt uns aus dem herbstlichen Wald und weg von unserer kleinen Auszeit am Sharbot Lake.

Unzählige kleine Seen, Tümpel und Sümpfe sind in den Wald eingebettet, ein leichter Nebelschleier liegt über dem Wasser.

Die Straßen sind einsam und leer, obwohl heute Montag ist, gerade einmal 8 Uhr. Entweder sind alle schon in der Arbeit oder eben noch nicht.

Der Herbst zeigt am Straßenrand all seine Farben.

Unser erstes Ziel für den Tag sind die Forest Mill Falls und die Mühle, die dort steht. Über die kleine Brücke mit der fraglichen hölzernen Fahrbahn gilt es noch zu überqueren …

… und wir stehen in einer Baustelle. Keine Chance zur Mühle oder zum Wasserfall zu kommen. 🙁 Also fahren wir weiter, wir haben ja noch weitere Punkte auf der Liste.

Zum Beispiel den West Zwick’s Island Park in Belleville.

Ein Sabre Jet, der von der Kunstflugstaffel Golden Hawk verwendet wurde, wir hier ausgestellt. In so einer F-86 Sabre durchbrach 1953 Jacqueline Cochran als erste Frau die Schallmauer.

In den Park gibt es ein Dorf aus Containern für Pop-Up Foodstores. Montag in der früh ist leider keiner der Stände offen, also begnügen wir uns mit selbstgemachten Sandwiches. Die Eichhörnchen beobachten uns genau und kommen immer näher. Sie werden offensichtlich gefüttert und haben wenig Scheu.

Wir machen einen kleinen Spaziergang unter der Norris Whitney Brücke hindurch.

Weiter geht es zu dem kleinen Bond Head Leuchtturm, der am Ufer des Ontario Sees steht. Der Ontario See ist der östlichste der großen Seen, die noch auf unserer Bucketlist stehen.

Um Zeit zu sparen nehmen wir heute den Freeway 401, den Queen Elisabeth Way, um nach Toronto zu gelangen. Überland mit Tempo 80 und den Ortschaften, die einen weiter bremsen würden wir sonst über 8 Stunden brauchen, also rauf auf den Asphaltstreifen.

Ursprünglich hatten wir geplant kurz vor Toronto bei The Joint BBQ mittag zu essen. Hier gibt es eine Pizza, die wie ein Joint gerollt wird. Es wird vom BBQ-Meister Ted Reader geführt und es gibt auch einen BBQ Shop vor Ort. Aber wie das bei uns so ist, nicht alle Lokalitäten haben auch offen, wenn wir kommen. Arno hat noch sehr schmerzlich das Potato Museum in Blackfoot ID in Erinnerung. Eines Tages, eines Tages, …

Wir erreichen Toronto und werden von der Skyline begrüßt.

Was bei einem Blick auf das Navi gleich auffällt, in unsere Fahrtrichtung sind es 8 Spuren und ebensoviele in die Gegenrichtung. Und es hat am 6. Oktober in Toronto 29°C.

Auf dem Freeway darf man 100 oder 110 fahren. Wir erinnern uns, dass Überland 80 erlaubt sind und sich kein Hund auch nur im geringsten um diese Beschränkung kümmert. Auf dem Freeway ist das komplett anders, alle halten sich an das Limit – keine Ahnung warum. Weder gibt es unzählige Radars noch hohe Polizeipräsenz, nichts dergleichen.

Wie das in der Nähe und in Großstädten so ist, ein Stau, da helfen die 8 Spuren auch nichts. Was es hier, wie auch in den USA immer wieder gibt, ist eine sogenannte Diamond Lane, gekennzeichnet durch die Raute (Diamond) am Asphalt. Sie ist für Fahrgemeinschaften reserviert und werden Videoüberwacht, damit man es auch nicht missbraucht. In Nordamerika ist ein Auto mit 2 (in Worten zwei) Personen bereits eine Fahrgemeinschaft. Also nutzen wir die Chance und kommen im Stau somit viel schneller voran.

Und dann ist unser heutiges Ziel auch schon angeschrieben, weiter geht’s. Links im Bild ist übrigens unsere Mautbox zu sehen, die auf elektronischem Weg eventuelle Maut bezahlt. Das trifft uns eher selten, wir nutzen sie höchstens, um schnell durch große Städte zu kommen. Wenn wir bei einem Urlaub auf $15 kommen, ist es viel.

Letztes Zwischenziel ist eine Farm für Ahornsirup. Wir hatten auf eine Führung gehofft, doch leider ist uns der Tag nicht hold.

Zumindest holen wir uns etwas im Shop der White Meadows Farm.

Obwohl Niagara nicht mehr weit ist, finden wir doch noch eine staubige Nebenstraße durch die Felder.

Noch über eine alte Zugbrücke, die Allanburg Bridge, die den Welland Kanal überspannt.

Wir erreichen unsere Unterkunft im Cadillac Motel in Niagara.

Der Tag ist noch nicht zu Ende, wir haben noch viel vor. Was wir heute noch erlebt haben, erzählen wir euch in einem zweiten Eintrag zum heutigen Tag, um diesen nicht zu sehr in die Länge zu ziehen. Also, noch nicht ins Bett gehen.