Wandertag

So sieht er aus, der morgentliche unspektakuläre Ausblick auf den Highway 2. Nichts was uns hier halten würde, also legen wir los.

Wir haben für heute einige kleine Wanderungen auf der Liste. Leider sind die Startpunkte der Trails ziemlich schlecht gekennzeichnet, oft nur mit einem kleinen Schild an der Stelle wo man mit 55 Meilen daran vorbeirauscht.
Aber diesen Trail haben wir gefunden. Am Parkplatz hängt ein riesiges Wespennest direkt über unserem Auto. Still und leise bewegen wir uns weg. Am Beginn der meisten Wanderwege gibt es eine Tafel mit einer kurzen Zusammenfassung und den Gefahren, die auf einen warten können. Dieser Wanderweg führt nur zu einem Zeltplatz im Wald, also beschließen wir ihn auszulassen. Auf der Tafel ist ein Autoschlüssel und ein Schlafsack aufgehängt, wer die wohl vergessen hat?

Wir ziehen weiter zum Grafton Notch State Park, der mehrere Attraktionen zu bieten hat.

So wird unsere erste Wanderung die zu den Step Falls.

Bedingt durch einen eher trockenen Herbst ist nicht viel Wasser im Bach. Anhand der großen Steine im Bachbett erkennt man, dass hier im Frühjahr wohl ganz andere Wassermengen herabstürzen.

Wir sind alleine auf dem Trail und es ist wunderbar ruhig. Das einzige das man hört ist das Rascheln der Eichhörnchen, die auf der Suche nach Wintervorräten durch das Laub springen.

Die Fahrbahn der County Road 26 ist frisch asphaltiert, doch leider direkt auf die alte buckelige, hängende Straße ohne das auszugleichen. Also geht es auf und ab und hin und her.

Unser nächster Stop ist die Moose Cave. Ein Elch und eine Höhle? Wie das zusammenpassen soll, wollen wir herausfinden. Also Rucksack auf den Rücken und los geht es auf den Rundweg.

Die Höhle ist tatsächlich ein 200 Meter langer Tunnel, den das Schmelzwasser über die Zeit in den Granitfelsen gefressen hat, 15 Meter tief. Hier fließt zur Zeit ganz langsam ein kleiner Bach hindurch. Im Frühling wird das wohl anders sein.

Ein Schild weißt darauf hin vorsichtig zu sein, denn die Ränder sind rutschig. Man will ja nicht wie der namensgebende Elch enden, der in die Höhle gestürtzt ist. Damit hätten wir das auch geklärt.
Wenn man den Blick nach oben wendet, sieht man, wie weit dieser Felsblock gen Himmel ragt.

Es ist Zeit für eine Stärkung und wir suchen uns einen Tisch für unser kleines Picknick. Äpfel, Käse und Cracker, sowie ein gefülltes Baguette stärken uns für die nächsten Abenteuer.

Eingedenk des armen Elchs in der Höhle wollen wir hier eines der Warnschilder zeigen, die auf die Gefahren von Elchen auf der Straße hinweisen. Sie sind riesig und niemand möchte mit so einem Tier zusammenstossen. Wir haben bisher leider noch keinen gesehen.

Wir verlassen Maine, einen Bundesstaat, der uns sehr gut gefallen hat. Gleichzeitig freuen wir uns auf New Hampshire.

Wir queren die County Road 16 und fahren weiter zum Dixville Notch State Park. Wir haben uns davon etwas mehr erwartet. Er ist leider schlecht beschildert, was wir auch an den anderen Autos bemerkt haben. Ständig bleiben sie am Straßenrand stehen und die Leute versuchen herauszufinden, wo denn hier etwas zu entdecken ist, drehen um und suchen weiter.

Man fährt durch eine Kerbe (Notch) in einer Felswand und steht vor einem See. Ein schöner Anblick, aber wo war der State Park? Wir kehren um und am Weg zurück treffen wir wieder auf ein paar Autos, die wir schon kennen. Ok, wir werden etwas anderes finden.

Wir erreichen wieder die Kreuzung der 26 und 16 und entscheiden auf der Countyroad 16 Richtung Süden nach Berlin zu fahren.

Nach ein paar Meilen kommen wir an einem Parkplatz für Holztransporter vorbei. Ein paar Hoizzahra haben wir schon gesehen. Niemand fährt schneller als ein Hoizzahra. Es ist angsteinflössend, wenn so ein LKW mit unzähligen geladenen Tonnen Holz im Rückspiegel immer größer wird.

Unser ständiger Begleiter ist nun der Androscoggin River, der neben der 16 herfließt.

Oh, wir haben den Bautrupp eingeholt, der erst vor kurzem die Straße, auf der wir unterwegs sind, hergerichtet hat. Kurz müssen wir warten, dann können wir die lange Baustelle durchqueren. Die Nebelschwaden riechen nach Asphalt.

Es geht durch die kleine Stadt Milan, die ein riesiges Sägewerk hat. Dann erreichen wir Berlin und die Stadt hat zwei Skisprungschanzen?

Es ist Zeit für einen Stop, um etwas mehr über die Stadt zu erfahren.

In dem Fluss gibt es eine ganze Reihe von kleinen Inseln, die sich wie Perlen auf einer Kette aneinanderreihen. Büsche und Bäume wachsen darauf. Und es sind Holzpaletten aufgestapelt?

Wir befragen ein älteres Ehepaar, das wir auf der Promenade treffen, was es mit den Holzstapeln auf sich hat. Jedes Jahr am 18. Oktober gibt es ein Fest das sich River On Fire nennt. Dabei werden am Abend auf den Inseln Feuer entzündet. Bis hinunter zur alten Eisenbrücke. Dort stellen die Bewohner der Stadt Kürbise mit Lichtern auf. Was man alles so entdecken kann.

In Berlin ist es übrigens bei Strafe verboten die Gänse, die am Fluss leben zu füttern. Eine deutsch inspirierte Stadt. 😉

In Upper Village verbindet sich die 16 für kurze Zeit mit dem Highway 2, nur um sich nach weniger als einer Meile wieder zu trennen. Wir bleiben der 16 treu und biegen ab.

Diese Gegend ist unter anderem als Skigebiet bekannt.

Wir kommen an der Talstation des Wildcat Mountain vorbei. Von hier gehen mehrere Lifte auf die Hänge. Noch ist der Parkplatz leer und alles steht still.

Halloween ist die Zeit der geschmückten Gärten und wir kommen an einer ganz besonderen Installation vorbei. So besonders, dass wir fast eine Meile später umdrehen, um doch noch ein Foto zu schießen. Wer ihn kennt, wird ihn auch gleich erkennen – Bob Ross.
Arno liebt die Sendungen des Malers. „Let’s add a happy little tree, right here.“

Wenn jemand von euch Einschlafprobleme hat, einfach Bob Ross im Fernstehen anschauen (wird meist spät abends gesendet oder auf YouTube suchen). Arno ist dann nach Minuten weg. 😉

Wir übernachten heute in Bethlehem, NH. Doch bevor es ins Bett geht, schauen wir, was eine der in Amerika sehr beliebten kleinen Brauereien so hergibt. Jemandem, der mitteleuropäisches Bier und das Reinheitsgebot von 1516 als Basis gewohnt ist, muss da tapfer sein. Man bekommt eigentlich nur Craft Beer. Also besuchen wir rek-lis brew.

Ein modernes Interieur und 15 Biere vom Fass.

Babsy bestellt zum Testen einen Flight, vier Gläser (je etwa 120 ml).
Auf Empfehlung von Kellner Mike gibt es nach dem Hinweis, dass die Dame des Hauses einen europäischen Biergeschmack hat die folgenden Sorten:
Biergarten (ein mitteldunkles Märzen), Kanpei (Reisbier), Festbier (dünner amerikanischer Versuch eines Oktoberfestbiers) und Pretensious Hopper (#$*&§! brrr).

Noch etwas typisch amerikanisches in diesem Zusammenhang wollen wir testen, Pub Pretzels mit Bierkäse und Senfaufstrich. Iiinteressant.

Arnos Experiment ist die Reisbowl mit Thunfisch, sehr fein! Ein Gericht, das wir nachkochen werden.

Die erste Woche geht zu Ende und wir können euch so viel verraten, die nächste beginnt gleich mit Bauchweh und etwas urtypisch österreichischen – nur wissen wir Österreicher nichts davon.